Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Zeitung als große Kunst

SCHWERTE Bilder, Schlagzeilen und Todesanzeigen vereinen sich, aus ihrem Zusammenhang gerissen, zu einem eigenartigen Mosaik: Zur großen Kunst adelt Thomas Klegin die Schwerter Zeitung. „Trilogie | einsam, zweisam, dreisam“ nennt der Kunstprofessor seine neueste Arbeit,

von Von Reinhard Schmitz

, 15.10.2007
Zeitung als große Kunst

Zum Kunstwerk veredelt Thomas Klegin die Stapel der Schwerter Zeitung, die er sich in der RN-Geschäftsstelle abholte.

Sie ist ein denkwürdiger Beitrag für die internationale Ausstellung „ArToll ruft die Berge“ im ArToll-Kunstlabor in Bedburg-Hau. Speziell für drei Räume in der ehemaligen psychiatrischen Klinik hat Klegin die Zeitungen zugeschnitten, genauer gesagt: gerissen. Das erste der zellenartigen Zimmer prägen tausende Pressefotos aus den Ausgaben. „Nur solche mit Menschen“, verwendete der Künstler: „Viele von ihnen sind einsam, zweisam oder dreisam.“ Die Augen und Münder entfernt, fügen sie sich an den Wänden zu einem völlig verfremdeten Mosaik.Wänder voller Todesanzeigen Ebenfalls in einen wirren Zusammenhang treten im nächsten Raum tausende Schlagzeilen, herausgerissen aus ihrem Zusammenhang. Ihnen folgen Wände voller Todesanzeigen. Losgelöst von regionalen Zusammenhängen, sind deren Namen für das Auge völlig gesichtslos. „Auch der intensive Geruch des Zeitungspapiers verändert die Wahrnehmung“, spricht Klegin weitere Sinne an. Stuhkreis um Nachrichten-Berg Auf Zeitungen baut der Künstler zudem bei seiner Installation „INCIDENT“, die im quadratischen Vorraum des neuen Projektes noch einmal zu sehen ist. Geschreddert türmen sich die bedruckten Nachrichtenseiten zu einem mannshohen Berg, um den sich ein grauer Stuhlkreis schart. „Das spielt damit, dass die Menge der Infomationen nicht mehr aufnehmbar ist“, erläutert der Schöpfer seine Idee. Bislang war das Werk nur im Vorjahr kurz in Köln zu sehen.Früherer Documenta-Leiter Jan Hoet spricht Weitere Berge lassen Künstler aus Holland, Japan und der Schweiz nach Bedburg-Hau wandern. Höchste Aufmerksamkeit verspricht auch die Vernissage, bei der kein Geringerer als der frühere Documenta-Leiter Jan Hoet spricht.  Die Ausstellung ist vom 21. Oktober bis zum 18. November täglich von 11 bis 17 im ArToll-Kunstlabor, Zur Mulde 10, in Bedburg-Hau zu sehen.

Lesen Sie jetzt