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Seit vier Jahren an der Pfeife

BORK "Blindmann", "Flasche", "Du bist doch gekauft!" Beleidigungen, die wohl jeder Schiedsrichter schon mal gehört hat. Dabei haben es die Männer an der Pfeife insbesondere in den unteren Fußballligen alles andere als leicht.

von Von Malte Woesmann

, 23.12.2007
Seit vier Jahren an der Pfeife

Mit 15 wurde Daniel Schlering Schiedsrichter.

Wo in der Bundesliga noch der Schiedsrichter-Assistent bei Abseits oder versteckten Fouls hilfreich zur Seite steht, ist der Mann in Schwarz in der Kreis- oder Bezirksliga völlig auf sich allein gestellt. Daniel Schlering hat damit kein Problem. Der junge Borker ist seit vier Jahren Schiedsrichter. Und das mit Leib und Seele. "Irgendwann hat mich mein Vater angesprochen und gefragt, ob ich nicht Schiedsrichter werden möchte", erinnert sich Daniel. Schiedsrichter-Lehrwart Heinz Hürfeld nahm ihn darauf kurzer Hand mit zum nächsten Lehrgang, "Da habe ich gemerkt, dass mir das Pfeifen wohl Spaß macht", sagt Daniel und lacht. Denn dass man so jung Schiedsrichter werden kann, er war damals 15 Jahre alt, wusste er nicht.

Das erste Spiel ließ nicht lange auf sich warten. Westfalia Wethmar gegen GW Selm bei den D-Junioren. Keine große Sache. Daniel, der für den PSV Bork pfeift, war trotzdem etwas aufgeregt. Jedoch ohne Grund: Das Spiel brachte er gut über die Bühne. "Die Trainer haben sich jedenfalls nicht beschwert", schmunzelt er heute. Die Nervosität war weg und Daniel steigerte sich von Spiel zu Spiel. Seine guten Leistungen bleiben nicht verborgen und er rückt in den Kader für die Bezirksliga auf. Seit zwei Jahren pfeift der 19-Jährige dort. Auch hier zeigt er Souveränität an der Pfeife, so dass er mittlerweile im Förderkader der Landesliga steht.

Problem Kreisliga B

Probleme auf dem Platz hat der lange Schlacks selten. "Schwierig ist nur manchmal die Kreisliga B", berichtet er. Die älteren Spieler hätten da schon mal ein Problem mit seinem Alter. In der Bezirksliga sei dies kein Thema, da hier Platzverweise der Elf meist mehr schaden, als in den unteren Ligen. Da hält man sich halt zurück. Richtige Vorbilder an der Pfeife hat Daniel nicht. Bundesliga-Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer aus Herne taugt da schon am ehesten. Daniel möchte seinen eigenen Weg gehen. Seine Spiele leitet er unauffällig. Er ist keiner der Schiedsrichter-Selbstdarsteller, die ein ganzes Spiel kaputt pfeifen können. Immer auf Ballhöhe verfolgt er das Spiel. Sein Laufpensum macht einem agilen Mittelfeldspieler alle Ehre. Seine Entscheidungen trifft er konsequent, Diskussionen mit Spielern schiebt er sofort den Riegel vor.

Hier hat er kein Problem, einen doppelt so alten Spieler zurecht zu weisen. Trotz seiner jungen Jahre ist er sehr selbstsicher, und das ohne Arroganz. Er ist halt, wie er ist. Ein junger, talentierter Schiedsrichter, dem das Pfeifen Spaß macht. Da stört auch kein "Blindmann".

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