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Aus der Selbstständigkeit in die Schulden

Schuldnerberatung

SELM Schulder aus Selm sind nicht die gedankenlosen Prasser, die man aus dem Fernsehen kennt. Warum Selmer in die Schuldenfalle tappen, weiß Werner Philipp, Leiter der AWO Unna, die eine Schuldnerberatung anbietet.

von Von Annika Ruhfaut

, 29.04.2010
Aus der Selbstständigkeit in die Schulden

Werner Philipp (v.l.), Leiter AOK Kreis Unna, Solzialdezernentin Sylvia Engemann und Schuldnerberaterin Andrea Eul-Bartels stellten den Jahresbericht 2009 vor.

Hauptursache für die Verschuldung bei den Selmern ist vielmehr die gescheiterte Selbständigkeit. "Viele Selbstständige haben nicht ausreichende Kenntnisse der Betriebswirtschaft“, erklärt Philipp. Eine Folge seien Probleme mit dem Finanzamt. Fast 30 Prozent der Schuldner in der AWO-Bertaung - vor allem ledige Männer zwischen 30 und 40 Jahren - gehören zu dieser Gruppe.  

Im letzten Jahr hat die AWO in Selm 108 Beratungsgespräche geführt, davon waren 65 Langzeitberatungen, bei denen also Kontakt mit den Gläubigern aufgenommen wurde. Insgesamt gingen 79 Prozent der Schuldner ins Insolvenzverfahren, der Rest konnte sich außergerichtlich mit den Gläubigern einigen. Durchschnittlich waren die Schuldner mit 32 779 Euro verschuldet – ein leichter Anstieg gegenüber 2008. Positiv sind immer noch die Auswirkungen von TV-Sendungen wie „Raus aus den Schulden“, die ein Tabu gebrochen haben. Mehr Menschen hätten nun den Mut, sich an eine Schuldnerberatung zu wenden.

Doch würde das Fernsehen auch falsche Vorstellungen vermitteln. So dürfe man den Schuldnerberater nicht als Lebensberater verstehen, der sich zum Beispiel um die Vorbereitung auf Bewerbungsgespräche kümmert. Auch Rechnungen müsste der Ratsuchende schon selber öffnen und sortieren, bevor er in die Beratung kommt.