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Der junge und der alte Lehrer

SELM Zeit ist ein kostbares Gut. Und kaum jemand hat genug davon - vielleicht nicht genug, aber auf jeden Fall mehr als manch anderer, hat jetzt Dieter Gewitzsch. Der Lehrer der Otto-Hahn-Realschule (OHR) geht in seinen wohlverdienten Ruhestand.

von Von Arne Niehörster

, 07.12.2007
Der junge und der alte Lehrer

Die Kollegen Ulla Niemietz und Benedikt Striepens haben für Lehrer Dieter Gewitzsch ein "Abschiedsmenü" gekocht.

Schulleiter Dr. Rainer Fiesel hat bei der gestrigen Verabschiedung treffende Worte gefunden: "Ein Teil der Kollegen und ich sind schon ein bisschen neidisch. Aber wir alle gönnen es ihnen." Fiesel meint die Zeit, die Gewitzsch (seit 1981 Lehrer und seit 1994 an der OHR) jetzt hat. Und deswegen ist sich der Schulleiter sicher: "Wir werden von ihm hören, da schlummern noch verborgene Talente. Das ist hier kein Abschied, sondern nur ein Ausstieg."

"Zeit-Tipps"

Zeit - das Thema auch für Gewitzchs Kollegen, die ein Buch mit "Zeit-Tipps" überreicht haben: "Da hat sich jeder von uns auf einer Seite kreativ ausgelassen. Mit Bildern, Texten oder Gedichten." Und was wäre ein Abschied, pardon Ausstieg, ohne ein passendes Menü? Unpassend, genau. Das haben sich auch Ulla Niemietz und Benedikt Striepens gedacht und ihrem scheidenden Kollegen prompt (und szenisch) ein "Blitzgericht" im Wok gekocht. Mit den Zutaten "Kompetenz und Ideen, Energie und Kollegialität. Dazu reichlich Prisen Wortschwall, ziehen lassen und schließlich Dampf ablassen". Das passe zum Dieter. Dazu ein Wein, Jahrgang ?47. Na sowas, Gewitzschs Geburtsjahr.

Gerührt, nicht gelassen

Und was sagt der Lehrer ade selbst? Gelassen ob der Aussicht auf viel Zeit war Dieter Gewitzsch nicht, viel mehr gerührt: "Das waren gute Jahre. Es hat Spaß gemacht." Und spannende, weil man sich selbst erlebt habe, als junger und alter Lehrer.

"Die Schüler brauchen beides. Den jungen Kumpel, der einiges mitmacht und den Alten, der vielleicht mehr Abstand hat", sagt der 60-Jährige. In Erinnerung bleiben, werden ihm neben den vielen netten Kollegen "ganz typisch" seine erste Klasse, mit denen er heute noch ohne Probleme ein Ü-40-Party feiern könnte.

Und was macht Dieter Gewitzsch jetzt mit soviel Zeit? Er verrät nicht zu viel: "Ach, das Übliche eben. Garten, Zeitung oder so. Denken sie sich einfach etwas aus."

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