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Derby in Mexiko: Gefilzt wie im Film

BORK/MEXICO-CITY Was für das Ruhrgebiet das Derby Dortmund gegen Schalke ist, ist in Mexiko das Hauptstadtderby UNAM Pumas gegen America Mexico. 70000 Fans sahen das Hinspiel, unter ihnen der Borker Johannes Heitmann, der in Mexiko seit einigen Wochen bei der Firma Hella ein Praktikum absolviert.

von Von Theo Wolters

, 29.08.2007

"Es war ein besonderes Erlebnis", so der Borker. Schon viele Tage zuvor fieberten die Fans beider Teams dem großen Spiel im "Estadio Olympico" entgegen. "Dieses Spiel ist in vielen Dingen mit dem Ruhrpott-Derby vergleichbar. Allerdings nur was die Stimmung während der Partie im Stadion angeht."

Polizeiaufgebot

Denn was vor und nach dem Spiel abgehe, so etwas habe er noch nicht erlebt. "Das Stadion und die nahe Umgebung werden am Tag des Derbys von über 5000 Polizisten abgesichert. Bereits nach dem Ausstieg aus den Bussen werden alle gefilzt." Auch er habe die Hände gegen den Bus stemmen und die Beine spreizen müssen. "Dies hat mich an einen schlechten Hollywoodfilm erinnert."

Im Stadion werden die Fangruppen getrennt. So fasst das Stadion eigentlich 80 000 Zuschauer, doch bei einem Derby bleiben Blöcke zwischen den Fangruppen unbesetzt. 70 000 Anhänger finden so noch einen Platz. Die Karte für den Oberrang kostet neun Euro, die günstigeren sind für fünf Euro erhältlich. Es handelt sich zwar um Sitzplätze, doch fast die Hälfte der Zuschauer hält es auf den Plätzen kaum aus.

Straßenschlachten

Die Partie endete 1:1. Wer denkt, die Zuschauer könnten nach dem Schlusspfiff das Stadion sofort verlassen, irrt sich. "Ich konnte erst rund 30 Minuten nach dem Spiel meinen Block verlassen." Immer wieder seien die Fans unter dem Einsatz von Tränengas und Schlagstöcken in die Blocks zurückgedrängt worden. "Trotz des großen Polizeiaufgebots ist es nach dem Spiel in den Straßen der Hauptstadt nicht ruhig geblieben." Am Tag danach hätten Berichte über Straßenschlachten die Titelseiten der Zeitungen gefüllt.

Schon jetzt fiebert man in der Hauptstadt dem Rückspiel entgegen. Dies wird dann Anfang des nächsten Jahres vor über 100 000 Zuschauer im Aztekenstadion stattfinden.

Fußballfan Johannes Heitmann, er ist Anhänger des BVB und hat im Signal Iduna Park von 2001 bis 2006 Würstchen verkauft, wird in Mexico oft auf die Weltmeisterschaft im letzten Jahr angesprochen. "Dortmund und Schalke sind hier aber weniger bekannt." Hoch im Kurs stehe aber nicht der Deutsche, sondern der Argentinische Fußball. "Aus der Bundesliga kennt man besonders den VfB Stuttgart, weil dort mit Pardo und Osario zwei Mexikaner spielen."

Onlineradio

Johanns Heitmann hat sich natürlich auch über den Ausgang des Ruhrpott-Derbys in Schalke informiert. Er verfolgte das Spiel, Anstoß um 8.30 Uhr Ortszeit, per WDR2-Onlineradio. "Nach dem 1:0 für Schalke ist mir aber die Lust vergangen und ich habe abgeschaltet."

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