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Entwicklung und Niedergang der Zeche Hermann

Bilder auf nahraum.de

SELM Die Zeche Hermann in Beifang ist eine kurze Episode der Selmer Geschichte. Nur zwanzig Jahre lang bestand die erste Industrieanlage der Stadt.

von Von Annika Ruhfaut

, 20.04.2010

Trotzdem machte sie Selm zu dem, was es heute ist. Albert Kohl und Albert Katthöfer vom Heimatverein Selm nannten uns die wichtigsten Ereignisse der Zechengeschichte und suchten historische Bilder aus dem Archiv, die wir auf unserem Fotoportal im Internet, www.nahraum.de, gestellt haben.

Probebohrung nach Kohle durch die Bergwerksgesellschaft Hermann mbH.   

Die Anlagen zum Abteufen werden aufgebaut.   

Im Februar wird der erste, im Mai der zweite Schacht abgeteuft, die erste Sohle wird bei 950 Metern angesetzt. Eine drei Kilometer Anschlusslinie von der Zeche zum Bahnhof Bork wird 1908 gebaut. 

Die Kohleproduktion wird im Septemberaufgenommen, zunächst für den Eigenbedarf mit 7248 Tonnen. Ab 1910 beginnt die Produktion für den Verkauf mit einer Nettoleistung von 78 750 Tonnen.

entstehen Schacht I und II und die kompletten Taganlagen, sowie die Bergarbeiter-Kolonie. Selm hat 1906 rund 1800 Einwohner. Zum Ende der Förderung 1926 sind es rund 10 000.  Seit

betreibt die Zeche auch die Verkokung der hochwertigen Fettkohle. Neben den Produktionsanlagen für Kohle und Koks verfügt die Zeche über eine Reihe von Tagesanlagen, die sie autark machten: eine eigene Bahnlinie, eine Zentralmaschienenanlage, eine Ringofenziegelei und Werkstätten für Reparaturarbeiten.  Nach Ende des 1. Weltkriegs verschlechtert sich die Rentabilität der Zeche durch die Inflation, steigende Löhne und Materialkosten. Außerdem hat die Kohleförderung der Zeche von vorneherein mit ungünstigen Standortfaktoren zu kämpfen: Mit bis zu 1074 Metern hat sie den tiefsten Schacht im Ruhrgebiet, was einen großen Wasserzufluss und hohe Durchschnittstemperaturen bedeutet – ungünstige Arbeitsbedingungen für die Bergleute. Ein weiteres Problem ist, dass die Kohlefelder infolge von örtlichen Gesteinsverschiebungen eingerissen und so schwer zu erreichen sind. Man hat schon begonnen, den Sprung zu durchbohren, als das Geld für die Weiterführung der Arbeiten fehlt.  

entschließt man sich zum Verkauf von 94 Prozent der Anteile an eine französische Firmengruppe, hofft auf das Abteufen weiterer Schächte. Jedoch entscheidet sich die neue Eignerin, mit Erhöhung der Schichtleistung Verluste abzufangen. Die Belegschaft klettert in die Höhe und erreicht 1923 mit 3569 Bergleuten den Höchststand. Durch den Einbruch des Koksmarktes muss die Fettkohle zu gesunkenen Weltmarktpreisen verkauft werden. Im Juli 1925 sinken die Preise auf historischen Tiefststand. Die Zeche verzeichnet weiter Einbußen. 

Die Zeche wird unrentabel und stillgelegt, 2800 Bergleute verlieren ihre Arbeit. Gegen die Schließung des einzigen Industriebetriebes in Selm gibt es vergeblich Widerstand von Vereinen, Verbänden, der Verwaltung und der Belegschaft. Die Fördereinrichtungen werden abgebrochen, teils gesprengt, die Grube unter Wasser gesetzt. Die Stadt kauft das Gelände der Zeche.  

Die Hermann-Schule zieht in das Verwaltungsgebäude.  

Verpachtung an die Firmen Schütz (Eisenkonstruktionen) und Schlossfabrik Jagusch. 

Verpachtung an die Firma Chemaperm (Magnettechnik).

Verkauf an die Familie Hirsch, die Firma Interhydraulik mietet sich ein.