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Intensiver Streik bei Stadtbetrieben

SELM Im Borker Amtshaus streikte heute vor allem der Strom, allerdings nur für eine halbe Stunde. Von 9.30 bis 10 Uhr fielen Licht und Computer aus. Auch vor dem Amtshaus war alles ruhig, keine Transparente zu sehen, keine Streikposten aufgestellt wie vorletzte Woche in Lünen. Dennoch griff der Warnstreik im öffentlichen Dienst heute auch auf Selm über.

von Von Matthias Münch

, 05.03.2008
Intensiver Streik bei Stadtbetrieben

Ver.di: Warnstreik heute auch in Selm.

Am frühen Morgen trafen sich rund 50 Beschäftigte der Verwaltung und vor allem der Stadtbetriebe am Parkplatz neben der Borker Feuerwehr. Von dort fuhren sie mit einem Bus zur Kundgebung ihrer Gewerkschaft nach Kamen, um der verdi-Forderung nach acht Prozent mehr Lohn und Gehalt Nachdruck zu verleihen.

"Im Kernbereich unserer Verwaltung wirkt sich der Streik nicht gravierend aus", stellte Selms stellvertretende Hauptamtsleiterin Jutta Röttger gegenüber unserer Zeitung fest. Allerdings war das Bürgerbüro am Mittwoch geschlossen.Intensiver Streik bei Stadtbetrieben

Intensiv gestreikt wurde bei den Stadtbetrieben. "Dort gibt es auch viel mehr Gewerkschaftsmitglieder als bei der Stadtverwaltung", erklärte Jutta Röttger, die auch Leiterin der Personalabteilung ist. Morgens gab es eine Notbesetzung für den Winterdienst. Ansonsten ging nichts in den Grünanlagen, auf den Straßen und Wegen oder auf dem Friedhof. Alle Arbeiter waren im Streik.

Ganz anders dagegen beim zweiten Eigenbetrieb der Stadt: Bei FoKuS fehlte kein einziger Mitarbeiter. VHS, Stadtbibliothek und Musikschule arbeiteten normal.

An der Otto-Realschule kamen zehn Schüler nicht zum Unterricht, weil Schulbusse nicht fuhren. Grund- und Hauptschüler in allen drei Ortsteilen waren nicht betroffen. Ihre Busse kamen. Am Gymnasium ist zurzeit Projektwoche, da lässt sich nicht genau feststellen, ob Schüler aufgrund des Warnstreiks nicht befördert wurden."Wir hoffen, dass sich die Tarifparteien bald einigen"

Indirekt war die Pestalozzischule vom Streik betroffen. Dort fiel das für gestern geplante "Babyprojekt" im neunten Jahrgang aus. Der Grund: Die Mitarbeiter des Kreisgesundheitsamtes, die das Projekt durchführen, nahmen am Streik teil.

Im städtischen Kindergarten Mittendrin erklärten sich die Erzieherinnen solidarisch mit den Streikenden. Sie sind der Meinung, dass qualifizierte Arbeit auch angemessen bezahlt werden müsse. Allerdings beteiligten sie sich nicht am Streik, weil dies für die Eltern der Kinder zu kurzfristig gekommen wäre.

"Wir hoffen, dass sich die Tarifparteien bald einigen", betont Selms Personalchefin Jutta Röttger: "Ein Tag Streik lässt sich verkraften. Aber wenn es länger dauert, bekommen es die Bürger zu spüren."

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