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Keine Ruhe zum Säugen

Spagat zwischen naturnaher Haltung und Tierliebe

23.05.2007

Olfen Das tags zuvor geborene Eselfohlen, das am Samstag in der Steveraue gestorben war, könnte noch leben, sagt eine Olfenerin, die namentlich nicht genannt werden möchte. Sie und ihre Familie hätten beobachtet, wie eine andere Eselstute die Mutter und das Junge ständig bedrängte. So habe das junge Hengstfohlen nicht in Ruhe gesäugt werden können. Mutter und Fohlen hätten von den anderen Tieren getrennt werden müssen, sagt die Olfenerin: «Man kann nicht alles der Natur überlassen. Manchmal muss man auch eingreifen.» Beigeordneter Wilhelm Sendermann weiß um das Spannungsfeld zwischen naturnaher und konventioneller Tierhaltung. «Wir haben ein Konzept in der Steveraue, nach dem wir alles möglichst naturnah machen wollen. Dazu gehört, dass wir die Tiere grundsätzlich nicht separieren», sagt Sendermann. Er räumt ein, dass die Tiere in der herkömmlichen Landwirtschaft anders gehalten werden. Das betreffe auch die Konik-Pferde und die Auerochsen. «Die holen wir im Winter auch nicht in den Stall. Da werden manchmal Junge bei bitterer Kälte geboren. Das geht oft gut, manchmal leider nicht. Wir werden mit diesem Spagat leben müssen», so der Beigeordnete. Aber dies gehöre nun einmal zum Grundsatz der natürlichen Tierzucht. Die Stadt habe sich für ihr Konzept auch fachkundigen Rat geholt. Und der lautete, die Herden zusammen zulassen, auch in Extremsituationen nicht zu separieren. Bei dem frisch geborenen Esel habe man am Freitag sogar einen Tierarzt hinzu gezogen, weil es dem Fohlen nicht gut ging. Doch auch da habe man sich nicht für eine Trennung der Stute und ihres Jungen von den anderen Tieren entschieden. «Es bleibt offen, ob dies nun richtig war oder nicht», sagt Wilhelm Sendermann. «Im Nachhinein werden wir darüber nachdenken müssen, ob wir in ähnlichen Fällen künftig anders handeln werden. Der Verlust des jungen Hengstes tut sehr weh», so der Beigeordnete. In jedem Fall halte man aber an dem naturnahen Konzept fest. mam

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