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Ludgerikirche erstrahlt in neuer Pracht

SELM Dass sich in der Ludgerikirche im letzten halben Jahr so einiges getan hat, spürt man sofort, wenn man die Schwelle des Gotteshauses übertritt. Die Kirche offenbart nach ihrer Renovierung so manche Pracht.

von Von Kevin Kohues

, 20.12.2007

Wo es früher "zog wie Hechtsuppe", ist es jetzt mollig warm. Was vor allem daran liegt, dass die Fenster nun nicht mehr undicht sind. Wind und Wetter hatten der Bleiverglasung über die Jahre mächtig zugesetzt. Immerhin liegt die letzte Instandsetzung der Kirche schon 32 Jahre zurück.

Befreit von Schmutz

Doch nicht nur gefühlt, sondern auch optisch hat sich in der altehrwürdigen Ludgerikirche vieles verändert. Natürlich zum Positiven. "Dank der Restaurierung sehen die Besucher nun viele Details, die zuvor verschmutzt oder verdeckt waren", sagt Pfarrer Siegfried Hoff nicht ohne Stolz. Und verweist z.B. auf den wunderschönen neugotischen Hochaltar von 1908, dessen filigrane Figuren nach der Befreiung von 100 Jahren Kerzenwachs und Ruß kaum wiederzuerkennen sind.

Details ergänzt

Ähnliches gilt für die fein geschnitzte Kanzel, die im Zuge der Reinigung um fehlende Details wie Bischofsstäbe oder die Schreibfedern der Evangelisten ergänzt wurde. Pfarrer Hoff: "Eine Besonderheit unserer Kanzel sind die Skulpturen des Heiligen Thomas von Aquin und des Heiligen Benedikt von Nursia, die von den damaligen Auftraggebern quasi auf Augenhöhe mit den vier lateinischen Kirchenvätern gestellt wurden."

Kein Schokoladenton mehr

Lediglich konserviert wurde das älteste Stück der Kirche - ein Chorgestühl von 1540. Fehlende Teile wurden nach Absprache mit der Denkmalpflege nicht ergänzt. Ganz neu hingegen ist die Akustikanlage. Der Gesamtanstrich des Innenraums wurde in seinem Stil an das ehemalige Farbbild der Kirche angepasst - der "Schokoladenton" (Pfarrer Hoff) der Säulen gehört damit der Vergangenheit an. Die Fenster erstrahlen nach der Restauration nun wieder wie vor 100 Jahren. "Das bieten nur ganz wenige Kirchen in Westfalen", erklärt Siegfried Hoff, der im Zuge der Instandsetzung selbst noch etwas dazulernte. Denn bei den Darstellungen handelt es sich nicht etwa um Glasmalerei, sondern um echte Buntglasbilder, die nur in ihren Umrisslinien bemalt sind. Genau wie die anderen Arbeiten wurde auch diese Restaurationsmaßnahme von einer Spezialfirma ausgeführt.

Aufwand hat sich gelohnt

Seit dem zweiten Adventssonntag können Besucher den Innenraum der Kirche nun schon im neuen Glanz bewundern, einige weitere Arbeiten außerhalb des Gottesdienstraums werden bis Februar beendet sein. Die Kosten für die Innenrestaurierung werden zu drei Vierteln von der Pfarrgemeinde und zu einem Viertel vom Bistum Münster getragen. Doch der Aufwand hat sich gelohnt. Denn ein schöneres Gotteshaus können sich die Mitglieder der Pfarrgemeinde St. Ludger zur Feier ihres 100-jährigen Jubiläums im Jahr 2008 wohl kaum wünschen.

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