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Radfahrer nehmen Umweg mit 62 Stufen in Kauf

Gefahrenstelle Brauereiknapp

Schloss Cappenberg ist ein beliebtes Ausflugsziel. Der Weg dorthin hat es aber für Radler in sich. Sie haben die Wahl zwischen Mühe und Gefahr. Manch einer wählt deshalb lieber einen Weg mit 62 Stufen. Doch daran soll sich bald etwas ändern.

Cappenberg

, 07.06.2018
Radfahrer nehmen Umweg mit 62 Stufen in Kauf

Bergab: Radler bugsieren ihr Zweirad hier am besten vorsichtig die Schräge hinab. Alternativ könnten sie auch die Straße Am Schlossberg benutzen, das birgt aber Gefahren. © Foto: Sylvia vom Hofe

Schlossberg oder Brauereiknapp? Für Fahrradfahrer ist das so wie die Wahl zwischen Pest oder Cholera – sieht man einmal von der reizvollen Landschaft ab. Bernhard Bönninghoff hat sich längst entschieden.

Den Brauereiknapp vom Friedwald hoch zur Freiherr-vom-Stein-Straße meidet er – aus Sicherheitsgründen, wie der Cappenberger sagt. Wer sich vor Ort umschaut, erkennt schnell, dass das eine gute Idee ist.

Viele Probleme für Radfahrer

Die Straße selbst hat tiefe Spurrillen. Die Rechtskurve ist schlecht einsehbar, und dennoch sausen die Autos in beiden Richtungen nicht selten mit mehr Tempo als erlaubt vorbei. Fahrradfahrer flüchten sich da gerne auf den Fußweg auf der rechten Seite. Der verschwindet aber vor der Kurve abrupt unter üppig wucherndem Grün.

Wenn alles so kommt, wie es Josef Brinkhaus, Sprecher des Landesbetriebs Straßen NRW, am Mittwochnachmittag auf Anfrage der Redaktion ankündigt, könnte sich die Situation im nächsten Jahr deutlich verbessern.

Brauereiknapp soll ausgebessert werden

„Ja“, sagt Brinkhoff, „der Brauereiknapp gehört auch zu der Strecke der Landstraße 810, die wir 2019 ausbessern wollen“: 4,5 Kilometer Straße von der Ortsgrenze zu Lünen (Cappenberger Straße) in Richtung Norden. Ob das Landesstraßenbauamt bei der Gelegenheit auch einen Radweg oder einen Radstreifen bauen wird, ließ er aber noch offen.

Die Ausschreibung für das mehr als Zwei-Millionen-Euro-Projekt sei gerade in Arbeit, so Brinkhaus. „Wir wollen im Frühjahr 2019 starten“ – in zwei Bauabschnitten. Welcher Teil des 4,5 Kilometer langen Bereichs (Cappenberger Straße/Am Brauereiknapp/Cappenberger Damm) zuerst dran ist, weiß er noch nicht.

Umweg über 62 Stufen

Bönninghoff, der sich auf den Aufruf der RN „Wo sind Gefahrenpunkte“ gemeldet hatte, hat noch keine Ahnung von dem bevorstehenden Ausbau. Er ärgert sich über die Ist-Situation, die brenzlig ist für Radfahrer auf dem Brauereiknapp. Daher wählt er für die Heimfahrt lieber den Umweg über den Schlossberg – trotz 62 Stufen.

„Fahrräder erlaubt“ steht Schwarz auf weiß in einem Rechteck unter dem blauen, runden Fußgänger-Schild. Eine der touristisch attraktivsten Radstrecken in Selm – der Weg zum Schloss Cappenberg hinauf – ist eigentlich ein Fußweg. „Fahrradfahrer absteigen“ mahnt ein Warnschild oben am Schloss alle, die die Römer-Lippe-Route nutzen. Das ist auch besser – wegen der Treppen.

Hohes Unfallrisiko

„Echte Radwege müssen Radfahrer nutzen“ sagt Ute Hellmann, Sprecherin der Kreispolizeibehörde Unna. Bei einem Weg wie am Schlossberg, auf dem Radler nur zusätzlich zugelassen sind, sei das nicht vorgeschrieben. Sie dürften auch die eigentliche Straße jenseits der Reihe mit alten Kastanienbäumen nutzen. Ratsam ist das aber nicht: wegen des starken Gefälles und des hohen Unfallrisikos. Erst im September vergangenen Jahres gab es auf der Straße einen Zusammenstoß zwischen zwei Autos. Er forderte fünf Verletzte. Dann lieber Treppen steigen und schieben.

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Kennen Sie Gefahrenpunkte?
Radler, die sich über Gefahrenpunkte wie am Brauereiknapp ärgern oder sich auch freuen über geglückte Verbesserungen, können sich auch gerne an die Redaktion wenden: Sylvia.vom-Hofe@mdhl.de.