Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Remondis muss an den Kreis Unna eine halbe Million Euro nachzahlen

Streit um Altpapier

KREIS UNNA/SELM Im Streit um die Kosten für die Altpapier-Entsorgung im Kreis Unna hat die Firma Remondis am Mittwoch vor dem Landgericht Dortmund eine empfindliche Niederlage erlitten.

von Martin von Braunschweig

, 21.04.2010
Remondis muss an den Kreis Unna eine halbe Million Euro nachzahlen

Vor Gericht unterlag die Firma Remondis am Donnerstag dem Kreis Unna.

Die Richter entschieden, dass der Konzern im Frühjahr 2009 nicht eigenmächtig die mit der AKU (Auftragsgesellschaft für Abfallentsorgung Kreis Unna) ausgehandelten Entsorgungspreise kürzen durfte. Die Folge: Remondis muss fast 500 000 Euro plus Zinsen nachzahlen. Zur Vorgeschichte: Die AKU hatte die Altpapier-Entsorgung für den Kreis Unna im Jahr 2008 europaweit ausgeschrieben. Remondis bekam den Zuschlag und verpflichtete sich, zwei Jahre lang festgeschriebene Preise pro Tonne an den Kreis zu zahlen.  

Dann jedoch kam die Wirtschaftskrise, und am Weltmarkt brach auch der Altpapierpreis ein. Für bestimmte Qualitäts-Klassen sollen beispielsweise statt bisher 52,50 Euro plötzlich nur noch 2,50 Euro gezahlt worden sein. Remondis zahlte also weiter viel Geld für das Altpapier an den Kreis, machte beim Weiterverkauf aber Riesen-Verluste. Das Unternehmen reagierte sofort, schickte der AKU einen Brief und bat um Anpassung der vereinbarten Preise. Als diese Bitte negativ beantwortet wurde, kürzte der Konzern trotzdem. Dagegen klagte die AKU. Das Gericht schloss sich der AKU-Argumentation an, dass vertraglich garantierte Festpreise auch eingehalten werden müssten.