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Schockvideos sollen Fahrer bekehren

SELM Manch ein Autofahrer staunte nicht schlecht, als er gestern Nachmittag von der Polizei auf der Kreisstraße angehalten wurde. Nicht nur, dass zahlreiche Ordnungswidrigkeiten und Verwarnungsgelder ausgesprochen wurden. Oben drauf gab's noch ein sogenanntes Schock-Video, das die Polizei in Nordrhein-Westfalen seit kurzem zur Unfallprävention einsetzt.

von Von Kevin Kohues

, 02.10.2007

Einsatzleiter Rudolf Fröhlich klärt auf: "Jedes Video zeigt eine kleine Unfallgeschichte. Die Bilder sind drastisch und sollen den Autofahrern die Folgen von Nachlässigkeiten vor Augen führen. Wir wollen damit die Einsicht wecken, dass es besser ist, sich an die Verkehrsregeln zu halten."

Die erste Großaktion dieser Art führte die Kreispolizei bereits im September an der B1 in Unna durch, jetzt war Selm an der Reihe.

Meldung per Funk

Nachdem die Ordnungshüter am Morgen bereits an der Neuen Nordkirchener Straße Geschwindigkeitskontrollen mit einem Radarmessgerät durchgeführt hatten, postierten sie sich am Nachmittag auf Höhe der Pizzeria "Bella Italia" an der Kreisstraße. Zwei Beamte hatten sich am Kreisverkehr postiert, beobachteten den Verkehr und informierten ihre Kollegen per Funk, wenn ein Autofahrer während der Fahrt telefonierte oder nicht angeschnallt war.  

Wer rausgewunken wurde, zeigte sich meist einsichtig. Polizeioberkommissar Erwin Grünebaum, der den Autofahrern die Videos vorführte und mit ihnen sprach, erklärte: "Die meisten haben einfach das Verständnis dafür verloren, wie schnell es zu einer Unfallsituation kommen kann und erschrecken sich richtig."

Vorgehen muss sich noch bewähren

Die Polizei setzt darauf, dass die Betroffenheit zu einer Verhaltensänderung führt. "Über die Nachhaltigkeit können wir aber noch keine Aussage treffen. Wir müssen abwarten, ob sich die Aktion langfristig auch in der Unfallstatistik bemerkbar macht", meint Rudolf Fröhlich. Wichtig für die Wirkung der Spots sei es, dass sie individuell auf den Verstoß und den "Täter" abgestimmt werden. "Wir haben Spots zu den Themen Geschwindigkeit, Alkohol und Drogen, Handy und Anschnallen.   Pro Kategorie gibt es zehn bis zwanzig Auswahlmöglichkeiten mit unterschiedlich schweren Unfällen", so Fröhlich und betont: "Einem 18-jährigen Mädchen zeigen wir natürlich nicht direkt den blutigsten Unfall."

Aufmerksamkeit ist der Polizei mit dieser neuen Form der Prävention gewiss. Auch ein Fernsehteam von Spiegel TV war zum Dreh vor Ort. Der Beitrag wird am nächsten oder übernächsten Sonntagabend bei RTL ausgestrahlt.

  

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