Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Stadt schafft Fakten in Sachen Grundschulentwicklung

SELM Durch die Hintertür scheint das Schicksal der Lutherschule nun besiegelt. Es wird hier keine Anmeldungen mehr geben. Die Verwaltung schickte bereits entsprechende Briefe an die Eltern der künftigen Schulanfänger. Die geplante Ratssondersitzung fällt aus. Eine Klage der Bürgerinitiative wird immer wahrscheinlicher.

von Von Malte Woesmann

, 09.10.2007
Stadt schafft Fakten in Sachen Grundschulentwicklung

Stadt schreibt an Eltern: „Die Lutherschule steht ab dem 1. August 2008 für die Aufnahme neuer Schüler/innen nicht mehr zur Verfügung.“

Der Brief ist gerade mal anderthalb Seiten lang, doch er birgt reichlich Zündstoff. „Die Lutherschule steht ab dem 1. August 2008 für die Aufnahme neuer Schüler/innen nicht mehr zur Verfügung.“ So heißt es in dem Anschreiben, das alle Eltern, deren Kinder in Selm im kommenden Jahr eingeschult werden, in den letzten Tagen bekommen haben.

Durch die Hintertür scheint also das Schicksal der Lutherschule endgültig entschieden zu sein: Die Schule hat keine Zukunft mehr. „Wir haben so entschieden, weil wir auch Fristen einhalten müssen“, so Franz Schrade, Leiter des Amtes für Jugend, Schule und Familie dazu. Da bei der Verwaltung davon ausgegangen wird, dass sich an der Schließung der Lutherschule nichts mehr ändern wird, wurde dies so in den Brief mit aufgenommen.

Ergebnisse eines Gesprächs in Arnsberg erst jetzt mitgeteilt

Eigentlich sollte mit den Anschreiben an die Eltern zwecks der Schulanmeldungen bis zu einer Ratssondersitzung gewartet werden. Diese war ursprünglich für Donnerstag (11.) angesetzt. Doch nach einem Gespräch der Fraktionsvorsitzenden von CDU, SPD und UWG zusammen mit Vertretern der Bürgerinitiative am Montag, ist die Sitzung nun vom Tisch. In dem Gespräch war der Bürgerinitiative das Ergebnis der Fahrt nach Arnsberg zur Schulaufsicht mitgeteilt worden. Vor den Ferien waren Vertreter der Parteien, sowie die Beigeordnete Sylvia Engemann in Arnsberg, um sich über den zunächst ausgehandelten Kompromiss informieren zu lassen.              

Ergebnis: Der in Aussicht gestellte Kompromiss mit u.a. einer Laufzeitverlängerung bei der Lutherschule ist nicht praktikabel. Dazu stellt aber der SPD-Fraktionsvorsitzende Mario Löhr klar: „Als Schulträger haben wir die Entscheidung alleine getroffen, nicht Arnsberg. Uns ging es lediglich um eine Beratung!“

Bürgerinitiative spricht vom vollständigen Verlust des Vertrauens

Vom vollständigen Verlust des Vertrauens sprich indes Dr. Dirk Berendes, einer der Vertreter der Bürgerinitiative. Auch dass die Stadt bereits die Briefe mit den Anmeldedaten für die Grundschulen ohne die Lutherschule verschickt hat, erzürnt Berendes. Der neue Vorschlag zur Grundschulentwicklung wird nun in den nächsten Tagen innerhalb der Bürgerinitiative beraten. Berendes geht jedoch nicht davon aus, dass er positiv aufgenommen wird. „Ich denke nicht, dass wir diesen Vorschlag annehmen werden.“ Zumal ihnen die neuen Fakten erst am Abend des Gesprächs bekannt gemacht wurden.

Klage kann bis Ende des Monats eingereicht werden

Sollte die BI dem neuen Papier zustimmen, würde es zu einer so genannten Öffentlich-Rechtlichen Vereinbarung zwischen Bürgermeister und der Bürgerinitiative kommen. Diese würde der Rat dann, nachdem er seinen alten Entscheid in seiner nächsten turnusgemäßen Sitzung zurücknehmen würde, beschließen. Jedoch sieht es danach nicht aus. Wahrscheinlicher ist, dass die Initiative klagt. Die Frist dazu läuft Ende des Monats ab.

  

Lesen Sie jetzt