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Stand 26-Jähriger bei Überfall auf Spielhalle Schmiere?

Gerichtsprozess

SELM Schuldig der Anstiftung und Beihilfe zum schweren Raub oder nicht? Diese Frage muss das Schöffengericht in Lünen seit gestern beantworten. Angeklagt ist ein 26-jährigen Selmer.

von Von Heinz Greve

, 21.04.2010

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, in den frühen Morgenstunden des 5. Februar 2009 Hilfe zu einem Raubüberfall auf eine Spielhalle an der Kreisstraße geleistet zu haben. Mit Pistole und Samuraischwert Zwei maskierte junge Männer, ebenfalls aus Selm, hatten die Spielhalle überfallen, die Angestellte mit Pistole und Samuraischwert bedroht und rund 300 Euro geraubt. Beide Täter sind bereits zu Freiheitsstrafen auf Bewährung verurteilt worden. Der Angeklagte soll den beiden Tätern Hinweise gegeben haben, dass in der Spielhalle Geld zu holen sei und gegen 0.30 Uhr "Schmiere gestanden" haben.

Diesen Vorwurf wies der Angeklagte, der deswegen bereits zwei Wochen in Untersuchungshaft gesessen hat, gestern strikt von sich. Rein zufällig will er auf dem Heimweg mit seiner Freundin in deren PKW zur Tatzeit an der Spielhalle vorbeigekommen sein. Von einem Überfall habe er nichts mitbekommen. Erst am nächsten Tag habe er davon erfahren. Er sei dann sofort zur Spielhalle gefahren, weil er Chef und Mitarbeiter kannte. Gemeinsam wollen sie sich das Video über die Tat angesehen haben, wobei er glaubte, einen der Täter zu erkennen. Nachdem er später von einem der Täter Schlüssel zu den Spielgeräten erhalten habe, habe er auch entsprechende Aussagen bei der Polizei gemacht.

Gerade zwischen seiner damaligen polizeilichen Aussage und den jetzigen Angaben vor Gericht ergaben sich erhebliche Widersprüche. Nicht weniger als sechs Zeugen hatte das Gericht gestern anzuhören. Auch diese Aussagen enthielten erhebliche Widersprüche zu früheren polizeilichen Aussagen, die die Staatsanwältin veranlassten, einem Zeugen mit der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens wegen uneidlicher Falschaussage zu drohen. Weil zwei weiter geladene Zeugen nicht erschienen waren, unterbrach das Gericht die Hauptverhandlung. Fortgesetzt werden soll sie am Montag, 3. Mai.