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Warum der heimische Spargel in diesem Jahr länger braucht

Spargel in Selm und Olfen

Eine leckere Spargelcremesuppe oder Spargel mit Sauce Hollandaise. Wer für diese klassischen Frühlingsgerichte auf heimischen Spargel setzt, muss dieses Jahr etwas Geduld mitbringen. Spargelbauern aus Selm und Olfen verraten, warum das so ist.

Selm/Olfen

, 03.04.2018
Warum der heimische Spargel in diesem Jahr länger braucht

Der Spargel von Gemüsebauer Hubertus Bleckmann liegt noch unter einer Plane – aber nur zum Teil. Der Boden ist nämlich noch viel zu nass und kalt, um mit den Arbeiten voranzuschreiten. © Marvin K. Hoffmann

Es ist wieder Spargelzeit. Könnte man meinen. „Nein, es ist noch keine Spargelzeit“, meinen die Pflanzen selbst. Ihnen ist es zu kalt. Die Ernte muss warten. Auch, wenn einige Bauern schon teilweise Flächen mit Folie bedeckt haben. Die Kälte sitzt zu tief in der Erde – und der Boden ist viel zu nass.

„Spargel wächst am besten bei acht bis zehn Grad Celsius. Deswegen haben wir einen Teil doppelt abgedeckt mit Folie, um auf diese Temperatur zu kommen“, erklärt Michael Tenkhoff aus Olfen. Das bedeutet aber auch: mehr Arbeit. Und mehr Arbeit bedeutet: der Spargelpreis sprießt in die Höhe. „Ich habe deswegen auch nur einen Teil des Feldes mit Planen bedeckt. Unsere Kunden wollen nicht nur den teuren Spargel kaufen“, sagt Tenkhoff.

Spargel braucht Wärme

Ähnlich geht es Hubertus Bleckmann aus Selm. Der Gemüsebauer ärgert sich. „Wir hängen zeitmäßig hinterher, haben aber Vorkehrungen getroffen“, sagt er.

Auch Bleckmann konnte bisher nur einen Teil seiner Ackerflächen mit Folie bedecken. „Es ist noch zu viel Wasser im Boden. Das sorgt noch mal für extra Kühlung – und die mag der Spargel nicht“, so Bleckmann.

Ein weiteres Problem: Ziehen die Bauern die Dämme zu früh hoch, härten diese extrem aus. Bleckmann: „Der Boden ist jetzt nass. Die Dämme ziehen wir hoch, um den Spargel später zu stechen. Aber bis dahin härtet das aus wie Gips – dann können wir gar nicht ernten.“

Einige Dämme werde er daher wohl neu ziehen müssen. „Wir haben zu früh angefangen. Man muss ruhig bleiben, sonst ist der Schaden hinterher zu groß und man ärgert sich“, sagt er.

Ernte Mitte April


Und wann gibt es den ersten Spargel? „Ich rechne in 14 Tagen damit. Es hängt alles vom Wetter ab“, sagt der Olfener Landwirt Michael Tenkhoff. Hubertus Bleckmann aus Selm schätzt ebenfalls auf Mitte April.

„Wenn man die vergangenen zehn Jahr betrachte, haben wir immer so um den 5. April geerntet. In diesem Jahr werden wir so um den 15. April den Spargel stechen können, denke ich“, sagt er.

Dann werde der Spargel auch wieder günstiger. „Der Markt bestimmt den Preis. Aber ich habe festgestellt, dass unsere Kunden maximal zehn Euro für ein Kilo Spargel bezahlen – das ist meistens so die Grenze“, sagt der Gemüsebauer Bleckmann.