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Weizendoktor auf dem Feld

Beratung für Landwirte: Braunrost bedroht Getreide

19.05.2007

Der Berater für Pflanzenschutz von der Landwirtschaftskammer geht voran, bleibt stehen und rupft eine Pflanze aus der Erde. Wenig später entsteht ein Eindruck wie beim Arzt: Die Weizenpflanze wird begutachtet, 20 Augen blicken gleichzeitig auf eine Wurzel und nicken wissend, während die Läuseart benannt oder die Symptome der Krankheit erklärt werden. Die Diagnose steht wenig später fest: Braunrost. «Ich sehe den Braunrost und die Fusarien als die größten Gefahren für den Weizen in diesem Jahr», sagt der Experte Wirth. Ihm entgeht keine Laus, keine Sprenkelung auf den Blättern und kein Getreidehähnchen. Fusarien sind Pilze, Getreidehähnchen schädliche Insekten. Auslöser für Krankheiten und Befall ist meist die Witterung, in diesem Frühjahr natürlich die Trockenheit, denn im April hat es kaum geregnet. Wenig später kann die Therapie beginnen: «Spritzen Sie ein Liter Input pro Hektar», lautet Wirths Tipp für den betroffenen Landwirt, der dies nickend entgegen nimmt. Ihm ist damit eine Sorge um die Ernte abgenommen. Diese wird allerdings in diesem Jahr nicht allzu üppig ausfallen. «Das Getreide hat an leichten Standorten sehr gelitten. Durch den warmen Herbst haben sich Blattläuse schnell auf den Pflanzen, insbesondere der Wintergerste, niedergelassen», berichtet Wirth. Ertragseinbußen drohen also den meisten Landwirten. Die Ernte 2007 wird sowohl früher, als auch geringer ausfallen. «Die Pflanzen haben kürzere Ähren und eine geringere Triebzahl. Normalerweise haben sie fünf oder sechs Triebe, in diesem Frühjahr nur zwei», erzählt Wirth. Auf dem nächsten Feld steht Mais. Hier tummeln sich einige Unkrautpflanzen, die dem Getreide Nährstoffe und Platz zum wachsen nehmen. Auch hier wird die Diagnose gestellt und ein Rezept verschrieben: Mikado heißt das Medikament, das am besten noch am gleichen Abend und vor dem Regen dem Patienten zu verabreichen ist. Sophie Bissingen

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