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Senioren betrogen: Mutmaßlich falscher Polizist vor Gericht

Köln. Weil er sich als Polizeibeamter ausgegeben und so zahlreiche Senioren erpresst haben soll, steht ein 24-Jähriger seit Montag in Köln vor Gericht. Die Anklage wirft ihm Betrug und Erpressung vor. Gemeinsam mit Komplizen soll er mit der Polizisten-Masche in Leverkusen, Berlin, Kiel und Neubrandenburg seine älteren Opfern am Telefon unter Druck gesetzt und zur Zahlung von Geldbeträgen gebracht haben. Damit wurden laut Anklage rund 47 000 Euro erbeutet. 

Senioren betrogen: Mutmaßlich falscher Polizist vor Gericht

Ein Mann hält einen Telefonhörer in der Hand. Foto: Julian Stratenschulte/Archiv

Die falschen Polizisten hätten den Senioren vorgegaukelt, dass türkische Haftbefehle wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung, Geldwäsche sowie Verbreitung von Kinderpornografie vorlägen. Eine andere Masche der Bande lautete der Anklage zufolge, der Kauf eines Teppichs sei nicht ordnungsgemäß abgelaufen. Die Betrüger hätten gegenüber ihren Opfern angegeben, sie könnten mit der Zahlung einer Kaution in fünfstelliger Höhe ihre Auslieferung an die Türkei verhindern. 

Drei der sechs angeklagten Fälle blieben nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft im Versuchsstadium stecken. Einmal verhinderte eine aufmerksame Bankangestellte, dass eine 77-Jährige 22 500 Euro von ihrem Konto abhob. Das Geld sollte die Seniorin am nächsten Tag an ein Bandenmitglied zahlen, um damit ihre angeblich bevorstehende Auslieferung an die Türkei abzuwenden. 

Der Angeklagte, der die türkische und die deutsche Staatsangehörigkeit hat, kündigte an, sich zu den Vorwürfen zu äußern. Ein Urteil soll im Juli fallen.

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