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Sieben Jahre Haft für IS-Terroristen: Anschlagsplan erfunden

Das Düsseldorfer Oberlandesgericht hat einen über die Balkanroute nach Deutschland eingereisten Syrer als IS-Terroristen zu sieben Jahren Haft verurteilt. Das Gericht sprach den Mann schuldig. Saleh A. hatte sich in Paris 2016 der Polizei gestellt und behauptet, von der IS-Führung den Auftrag für einen verheerenden islamistischen Terroranschlag in Düsseldorf erhalten zu haben. Dies hatte für erhebliches Aufsehen gesorgt.

Düsseldorf

13.06.2018
Sieben Jahre Haft für IS-Terroristen: Anschlagsplan erfunden

Der Angeklagte Saleh A. sitzt in Düsseldorf im Oberlandesgericht hinter einer Glasscheibe im Gerichtssaal. Foto: Marcel Kusch/Archiv

Später hatte er seine Aussage zu den Anschlagsplänen widerrufen. Zwei Mitangeklagte, die deswegen eineinhalb Jahre in Untersuchungshaft saßen, waren daraufhin freigesprochen worden. Inzwischen ist auch die Bundesanwaltschaft überzeugt, dass der Terrorplan eine Erfindung war. Für seine falschen Informationen soll sich der Syrer eine Belohnung, Aufenthaltsrecht und den Nachzug seiner Familie erhofft haben.

Die Ankläger hatten dennoch achteinhalb Jahre Haft für Saleh A. gefordert. Der habe für die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und eine weitere Terrorgruppe im Bürgerkrieg in Syrien gekämpft und einen Scharfschützen der syrischen Armee erschossen. Seine Schilderungen aus dem Kriegsgebiet und dem Innenleben des IS seien von Experten bestätigt worden. Die Verteidiger hatten eine Strafe von unter sechs Jahren Haft beantragt. Saleh A. habe gegen eine Diktatur gekämpft und sei unfreiwillig beim IS gelandet.