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Société-Générale-Chef bleibt im Amt

Paris (dpa) Der im Spekulations-Skandal bei der französischen Großbank Société Générale unter Druck geratene Bankchef Daniel Bouton bleibt trotz Rücktrittsforderungen im Amt. Das gab der Verwaltungsrat nach einer mit Spannung erwarteten Sitzung am Mittwoch in Paris bekannt.

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Société-Générale-Chef bleibt im Amt

Daniel Bouton, Vorstandschef der französischen Großbank Société Générale, bleibt im Amt.

Bouton wurde allerdings ein dreiköpfiges Krisenkomitee zur Seite gestellt. Das Gremium soll die Hintergründe des Milliardenskandals aufklären. Der Verwaltungsrat halte an Bouton fest, damit er die Krise überwinden könne, hieß es.

In den vergangenen Tagen hatten sich Stimmen auch aus der Regierung gemehrt, die ihm den Rücktritt nahelegten. Staatschef Nicolas Sarkozy hatte einen solchen Schritt ins Gespräch gebracht. Die Bank ist durch die heimlichen Spekulationen des Aktienhändlers Jérôme Kerviel in die Krise geraten.

Nach dem Sturzflug des Aktienkurses mehrten sich zuletzt die Übernahmegerüchte. Der französische Fernsehsender LCI berichtete unter Berufung auf ein Verwaltungsratsmitglied, Bouton habe sich bereiterklärt, ein freundschaftliches Übernahmeangebot «zu prüfen». Nachdem sich der Aktienkurs bereits am Dienstag erholt hatte, stieg er am Mittwoch bis zum Abend um mehr als fünf Prozent auf zeitweise 82,40 Euro. Im Mai vergangenen Jahres hatte der Kurs mit 162 Euro noch gut das Doppelte betragen. Als mögliche Käufer sind die BNP Paribas und die britischen Bankhäuser HSBC und Barclays im Gespräch. Die Regierung hat angekündigt, das Bankhaus vor einer feindlichen Übernahme schützen zu wollen.

Der 31-jährige Kerviel soll dem Geldinstitut einen Verlust von knapp fünf Milliarden Euro eingehandelt haben. Mittels ausgleichender Scheinbuchungen soll er monatelang die Warnsysteme der Bank außer Kraft gesetzt haben. Gegen ihn läuft ein Verfahren. Die Ermittler werfen ihm Fälschung, Vertrauensmissbrauch und unerlaubtes Eindringen in Computersysteme vor. Kommt es zur Anklage, drohen dem Franzosen eine jahrelange Haftstrafe und eine hohe Geldstrafe.

Gewerkschaften forderten bessere Kontrollen, damit kein Händler wieder derartige Risiken eingehen könne. Es müsse Garantien geben, dass niemand mit solchen Summen handeln könne, sagte Gewerkschaftsvertreter Michel Marchet der Zeitschrift «Nouvel Observateur». Die Gewerkschaften fordern außerdem eine Reform des Bonussystems, das Händler zu riskanten Geschäften motiviert.

Kerviel hatte bei seiner Vernehmung seine Vorgesetzten beschuldigt. «So lange ich Gewinne gemacht habe, haben meine Chefs bewusst nicht hingesehen», sagte er nach Aufzeichnungen der Ermittler, die französische Medien am Dienstag veröffentlicht hatten. Ende vergangenen Jahres habe er mit Hilfe von Scheingeschäften 1,4 Milliarden Euro Gewinn gemacht. Sein Ziel sei gewesen, eine gute Prämie zu bekommen.

In der Affäre hat daneben ein Anwalt im Namen von rund 100 Kleinanlegern Anzeige wegen des Verdachts auf Insiderhandel erstattet. Im Visier steht Verwaltungsratsmitglied Robert Day, Präsident der US-Investmentfirma Trust Company of the West (TCW). Er soll vor Bekanntwerden des Skandals und des Sturzflugs des Aktienkurses große Aktienpakete verkauft haben.

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