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Hintergrund

Spektakuläre Prozesse um Bücher

Freiheit der Kunst oder Schutz der Persönlichkeit? Nicht nur Prominente ziehen vor Gericht, wenn sie sich in Biografien oder Romanen verleumdet sehen. Manche haben Erfolg, andere nicht.

  • Juli 2011: Ein Sachbearbeiter, der seinen Büro-Alltag zu einem satirischen Roman verarbeitet hat, darf seinen Job behalten. Die Richter des Hammer Landesarbeitsgerichts sehen in Jürgen Bückers Buch „Wer die Hölle fürchtet, kennt das Büro nicht“ eine Fiktion. Auch wenn Einzelheiten auf Kollegen hindeuteten, seien diese nicht eindeutig zu identifizieren. Es gelte die im Grundgesetz garantierte Freiheit der Kunst.
  • November 2009: Im Streit um den verbotenen Roman „Esra“ von Maxim Biller schützt die Kunstfreiheit den Autor und seinen Verlag vor Entschädigungszahlungen. Das entscheidet der Bundesgerichtshof in Karlsruhe. Zwei Jahre zuvor hatte das Bundesverfassungsgericht den autobiografischen Roman verboten. Die Klägerin hatte sich in der Hauptfigur Esra wiedererkannt und fühlte sich durch die Schilderung intimer Details in ihrem Persönlichkeitsrecht verletzt.
  • Oktober 2009: Olaf Kraemers umstrittener Roman „Ende einer Nacht“ über die Schauspielerin Romy Schneider darf weitgehend unverändert und ungeschwärzt erscheinen. Der dritte Ehemann von Romys Mutter, Magda, wollte mehrere Textpassagen streichen lassen, die Magda Schneider in die Nähe des NS-Regimes rücken.
  • Februar 2008: Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass und der Biograf Michael Jürgs einigen sich außergerichtlich. Damit wird eine von Grass eingereichte Unterlassungsklage hinfällig. Streit hatte es um eine Textpassage gegeben, die sich mit Grass' Eintritt in die Waffen-SS befasst.
  • März 2007: In einem Buch über die Mauerschützenprozesse darf der Name eines DDR-Grenzers wieder genannt werden. Das entscheidet das Berliner Kammergericht. Der frühere Grenzoffizier wollte verhindern, dass sein Name in Roman Grafes Buch „Deutsche Gerechtigkeit“ auftaucht. Dabei geht es um die Todesschüsse auf den DDR-Flüchtling Chris Gueffroy an der Berliner Mauer.
  • Oktober 2005: Mit einem Vergleich endet die juristische Schlammschlacht zwischen Pop-Produzent Dieter Bohlen und seinem früheren Modern-Talking-Partner Thomas Anders. Dieser sah sich durch Passagen in Bohlens Buch „Hinter den Kulissen“ verleumdet. Auch andere Prominente wie „Tagesschau“-Sprecher Jens Riewa hatten ihre Persönlichkeitsrechte verletzt gesehen. In zweiter Auflage erschien der Bestseller teils geschwärzt und überarbeitet.  
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