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"Boah, glaubse..."

Stadtlohn Herbert Knebel: "Ich sach' et dich: Der Theo is' jetzt richtig religiös geworden!" Kollege Ernst Pichel ist überrascht: "Ach, und ich dachte der wär' evangelisch!"

11.12.2007

"Boah, glaubse..."

<p>Zum Schluss legte Herbert Knebel einen Blues mit Thomas Willemsen hin. Der Fotograf aus Stadtlohn hatte den Kabarettisten an die Berkel geholt. Schlattmann</p>

Knebel lässt sich am Samstagabend im Lokschuppen in Stadtlohn nicht stoppen: "Die leben jetzt streng nache Bibel. Kein Fleisch, kein Bier." "Und wat is' mit die Sachen, die nicht inne Bibel stehn? Kino? Auto fahren?", will Ernst wissen. "Et heißt zwar, Jesus hatte Anhänger, damit waren aber keine Laster gemeint!"

Herbert Knebel und seine Band - zusammen sind sie das "Affentheater" - haben das Publikum schon nach wenigen Momenten auf ihrer Seite. Der Stock, die Hornbrille und die Mütze - das sind neben der Hochwasserhose und den Hosenträgern die Markenzeichen des Ruhrpott-Rentners. Ihn begleiten "Ernst Pichel" am Bass, "Ozzy Ostermann" an der E-Gitarre und der "Trainer" am Schlagzeug - wie Herbert Knebel alles fiktive Personen.

Mit dem Programm "Nix wie weg!" liefert das Quartett einen kabarettistischen Rundumschlag ab. Ob Politik, demographischer Wandel oder Schalke: Knebel und seine Kollegen zeigen, dass man auch viel sagen kann, ohne Ballast wie Sachkenntnis an Bord zu haben. Und gerade da liegt der Witz.

"Boah, glaubse...", so beginnen viele seiner gefürchteten Dialoge. Knebel fragt sich besorgt, wo man heute noch einen Fliesenleger her bekäme, wo doch die "Polen schmelzen" würden. Er amüsiert sich darüber, dass Kumpel Ozzy seinen Führerschein verloren hat: "Punkte sammeln - Prämien kassieren!" Der "Trainer" ist für ihn der "Schlechte-Laune-Beautragte der Bundesregierung". Aber wenn Not am Mann ist, dann hilft Knebel auch mal ganz spontan aus. So übernimmt er für einen Vormittag den Zoo-Fachhandel von Kumpel Edmund, dessen Faultier verfault ist und nun beerdigt werden soll.

Neben den Monologen und Dialogen gehört auch viel Musik zum Programm. Zur Melodie von bekannten Hits singen die vier aus dem Pott Nonsense-Lieder, die das Publikum immer wieder zu Beifallsstürmen verleiten. Aus "Living next door to Alice" von Smokie wird dann ein Song über Knebels Nachbarin "Elli", die seit 24 Jahren vergebens darauf wartet, dass Herbert sie anspricht. as

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