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Minenarbeiter schuften für kargen Lohn

09.08.2007

Stadtlohn Wir setzen den Perubericht von Friedhelm Schweins fort:

Der Ort ist schachbrettartig um eine zentrale Plaza angelegt. Geprägt wird dieser Platz von der Kathedrale und dem örtlichen Pfarrzentrum, das während des Erdbebens im Jahre 2001 schwer beschädigt wurde.

Die Menschen in Caraveli leben in meist einfachen, einstöckigen Häusern mit Innenhöfen, in denen sich tagsüber ein Großteil des Lebens abspielt. Ihren Broterwerb verdienen sie sich unter anderem als Händler, Kaufleute, Angestellte in Schule und Verwaltung, Kleinbauern, Tagelöhner und als Arbeiter in der nahe gelegenen Goldmine. Die Arbeitsbedingungen sind gerade für Tagelöhner und Minenarbeiter äußerst schlecht. So arbeiten die Minenarbeiter sechs Tage in der Woche jeweils zwölf Stunden am Tag in zwei Schichten ohne jegliche vertragliche Absicherung. Die Arbeit in den Minen gilt als gefährlich und es kommt häufig zu Unfällen. Der Monatslohn liegt je nach Tätigkeit zwischen 500 bis 1000 Soles, das sind umgerechnet circa 125 bis 250 Euro.

Die Mehrzahl der Häuser im Ort werden nur wenige Stunden am Tag mit Trinkwasser versorgt. Wohlhabende haben über Wassertanks auf den Dächern eine Rundumversorgung. Die Stromversorgung stützt sich auf ein kleines Wasserkraftwerk mit einer Leistung von 70 kW und einen mit Diesel betriebenen Generator, der am Abend im Dorf mit einem ohrenbetäubenden Lärm arbeitet. Die Prälatur, in der Franz Anstett als Generalvikar tätig ist, erstreckt sich über eine Fläche, die so groß ist wie Belgien. Sie reicht von der Pazifikküste bis in die Hoch-Anden. Einzelne Pfarreien mit ihren vielen Außenstellen liegen auf einer Höhe von mehr als 4000 Meter. Nur elf Priester arbeiten in dieser großen Region. Für einen Westfalen ist es kaum vorstellbar, mit welchen Mühen die Fahrten zu den einzelnen Dörfern verbunden sind. Braucht man hier für eine circa 100 Kilometer lange Strecke etwa eine bis eineinhalb Stunden, so muss man in der Sierra, den Bergen, Perus eine Tagesreise ansetzen. Die steinigen, staubigen und zum Teil auch sandigen Pisten sind nur mit Geländefahrzeugen zu befahren.

wird fortgesetzt

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