Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Neu in St. Otger: Markus Reuther auf dem Weg zum Priesteramt

Kirche

STADTLOHN Markus Reuther setzt alles auf eine Karte, sagt er - und hat sich dafür ganz bewusst entschieden: Er folgt seiner Berufung zum priesterlichen Leben. Erste Station der Gemeindearbeit nach dem Studium und auf dem Weg zur Priesterweihe ist nun Stadtlohn.

von Von Thorsten Ohm

, 16.04.2010
Neu in St. Otger: Markus Reuther auf dem Weg zum Priesteramt

Pfarrer Stefan Jürgens (l.) hat jetzt Markus Reuther als pastoralen Mitarbeiter in der Stadtlohner Gemeinde St. Otger willkommen heißen können.

Dort hat der 26-Jährige jetzt den Dienst als pastoraler Mitarbeiter begonnen. "Das war ein sehr herzliches Willkommen", freut sich Reuther über die gute Aufnahme in der Gemeinde St. Otger.

Geboren ist er in Münster, aufgewachsen in Moers - in einer religiös geprägten Familie, in der zugleich soziales Engagement verankert ist. Das hat ihn geprägt und ihn gern in seiner Heimatgemeinde mitwirken lassen, in der Messdienerleitung und der Firmkatechese. Der Grundstein für seine spätere Lebensentscheidung sei in der Firmvorbereitung gelegt worden. Begegnung mit Gott gesucht "Gott hat sich für Euch entschieden" - dieser Gedanke berührte den Jugendlichen tief, ließ ihn immer stärker die Begegnung mit Gott suchen. Zeugnisse des Glaubens bestärkten ihn, die Lektüre der Bibel und Fahrten nach Taizé. "Ich habe Gott erfahren als jemand, der mit mir in Beziehung treten will." Ein Kaplan stellte ihm schließlich die Frage, ob das Priesteramt nicht etwas für ihn wäre - das weckte in Reuther den Mut.

Er absolvierte nach Abitur und Zivildienst ein Propädeutikum, eine Kennenlernphase des Priesterseminars in Münster. Dem schloss sich ab 2005 das Theologiestudium an. Ein Außensemester führte ihn 2007 nach Innsbruck: "Eine Gelegenheit, die Entscheidung in einer eigenverantwortlich geführten Lebensphase zu prüfen." Markus Reuther blieb auf seinem Weg. Darin ließ er sich auch nicht von Reaktionen beirren, die bei allem Respekt dennoch wenig Verständnis zeigten. "Viele Freunde und vor allem meine Familie haben mir jedoch darin sehr den Rücken gestärkt."Zweiter Ausbildungsabschnitt

Für Reuther hat jetzt nach Abschluss des Studiums der zweite Ausbildungsabschnitt begonnen. Zwei Jahre lang wird er in St. Otger tätig sein, Erfahrungen vor allem in den Schwerpunkten Unterricht und Gemeindekatechese sammeln - und sich auf die Diakonweihe als nächste Stufe zum Priesteramt vorbereiten. Damit steht er nun in einer neuen Rolle im Dienst einer Gemeinde, denn mit ihm verknüpft sich das Zeugnis eines jungen katholischen Christen, der sich zum Priesteramt bekennt - und das auch in einer Zeit aufgeregter gesellschaftspolitischer Debatten, die zum Teil den Sinn dieser Form des Priestertums in Frage stellen. Das weiß auch Markus Reuther - und sagt: "Ich habe mich für diese Lebensform mit allen Konsequenzen entschieden, für die Berufung zum priesterlichen Leben und damit zur Ehelosigkeit." Freundschaft mit Christus

Er sieht diesen Schritt als logische Konsequenz: "Indem ich mich Christus ganz schenke, entwickelt sich eine sehr intensive Freundschaft mit Christus." Und er unterstreicht: "Wer ein ehrliches Leben mit Gott führt, kann auch zölibatär leben." Wobei Reuther als wacher Mensch auch um den Spagat zwischen Anspruch und Wirklichkeit weiß, dem es sich immer wieder neu zu stellen gelte.

Mit welchen Erwartungen kommt Markus Reuther nach Stadtlohn? "Ich möchte offen sein für die Menschen, sei es in der Schule oder im Gespräch." Und das kann sich auch mal um Literatur drehen, die Reuther zu seinen Hobbys zählt - oder mit dem Anhänger von Borussia Dortmund zur aktuellen Situation in der Fußballbundesliga.

Pfarrer Stefan Jürgens freut sich jedenfalls über den Mitbruder, der ein Appartement im Pfarrhaus bezogen hat: "Es ist schön, einen jungen Theologen in den Dienst in der Gemeinde einführen zu dürfen."