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"Schule ganz neu denken"

Stadtlohn Die Übergangsquote zu beiden Stadtlohner Hauptschulen befindet sich auf dem Tiefstand. Dabei hat es die Losbergschule noch härter getroffen als die Owweringschule. Die Münsterland Zeitung sprach mit Schulleiter Karl-Heinz Brubach und Konrektor Heinrich Thöne über Gründe und die Entwicklung der Gebundenen Ganztagshauptschule.

06.03.2008

"Schule ganz neu denken"

<p>Schulleiter Karl-Heinz Brubach und Konrektor Heinrich Thöne blicken optimistisch in die Zukunft - auch wenn die Anmeldezahlen für die Losbergschule auf dem Tiefstand sind. Herbers</p>

Waren Sie überrascht von dem Ergebnis?

Brubach: Ja. Wir hatten uns mehr Resonanz auf die Gebundene Ganztagshauptschule erhofft. Wir waren aber auch positiv überrascht: über die zahlreichen Anmeldungen von auswärts.

Offenbar ziehen die Eltern den Halbtagsbetrieb der Ganztagsschule weiterhin vor. Wo liegen die Ursachen?

Brubach: Hauptursache ist meiner Ansicht nach ein großes Informationsdefizit bei den Eltern. Häufig wird die Gebundene Ganztagshauptschule mit der Offenen Ganztagsgrundschule verwechselt.

Thöne: In der Tat. Manche Eltern fragen uns "Was kostet uns das, unsere Kinder zur Losbergschule zu schicken?".

Was sagen Sie Ihnen?

Brubach: Die gebundene Ganztagshauptschule kostet die Eltern nichts. Es handelt sich aber nicht um ein freiwilliges Angebot, sondern um geregelten Unterricht von 7.30 bis 15.30 Uhr. Aber - um gleich einem weiteren Missverständnis vorzubeugen - es geht dabei nicht um Hausaufgabenhilfe oder ähnliches.

Sondern?

Brubach: Wir müssen Schule ganz neu denken. Der Unterrichtstag ist vollkommen anders eingeteilt als an herkömmlichen Schulen. Das bedeutet stärkere und weniger anspruchsvolle Belastung wechseln. Entscheidend ist: Uns stehen elf Stunden in der Woche mehr Zeit für Unterricht zur Verfügung, die wir in die individuelle Förderung der Schüler in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch investieren. Im Vordergrund steht ein intensives Training einzelner Fächer und Übungsstunden - anstelle von Hausaufgaben, die nach Unterrichtsschluss nicht mehr anstehen.

Thöne: Unser Ziel lautet, um es in einem Wort zu sagen: Qualitätsverbesserung.

Der Ganztagsbetrieb läuft jetzt im zweiten Jahr. Sind denn Qualitätsverbesserungen festzustellen?

Brubach: Ja. Wir mussten keine Wiederholungsempfehlungen in der sechsten Klasse aussprechen.

Thöne: Der Vergleich zeigt: Die Defizite werden deutlich besser als früher abgebaut, die Stärken gefördert.

Was würden Sie Eltern sagen, die unsicher sind, ob die Haupt- oder die Realschule besser für ihr Kind ist?

Brubach: Entscheidend ist, für jedes Kind die optimale Schulform zu wählen. Und die Hauptschule ist keine Sackgasse. Wir haben ein durchlässiges Schulsystem. Zeigt ein Kind an der Hauptschule gute Leistungen, kann es zur Realschule wechseln oder den gleichen Abschluss bei uns machen. Darüber hinaus bieten wir die Rahmenbedingungen, damit ein erfolgreicher Start in das Berufsleben erfolgen kann - unabhängig von der sozialen Herkunft.

Hat die Zahl von lediglich 32 neu angemeldeten Kindern konkrete Auswirkungen?

Brubach: Nein. Eigentlich beträgt die Mindestzahl an Schülern für zwei Klassen 36. Diese kann jedoch unterschritten werden, weil kleine Schulen einem neuen Erlass gemäß gefördert werden sollen.

Ist für Sie die Gebundene Ganztagshauptschule nach wie vor das Modell für die Zukunft?

Brubach: Ja. Für uns ist sie die optimale Fördermöglichkeit an Hauptschulen. In anderen Städten in der Region ist das bereits akzeptiert.

Wie sehen Sie die Zukunft der Losbergschule?

Brubach: Die Entwicklung bleibt abzuwarten. Wir sind zuversichtlich, dass die Eltern die Vorteile sehen und die Resonanz dann größer wird. Denn der Erfolg stellt sich immer mehr dar.

Wenn die Anmeldezahlen an den Hauptschulen weiter sinken, ist ein Zusammenschluss nicht auszuschließen. Wie stehen Sie dazu?

Brubach : Das ist Kaffeesatzleserei - und steht zurzeit nicht zur Debatte. Die Entscheidung würde darüber hinaus im politischen Raum getroffen, nicht bei uns. kh

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