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Stadt will mehr Natur in Gewerbegebieten fördern

Grün statt grau

Die Stadtlohner Gewerbegebiete sollen grüner werden. In den nächsten vier Jahren will die Stadt mit einem maßgeschneiderten Fachberatungsprogramm Unternehmer für diese Idee begeistern.

Stadtlohn

, 07.12.2018
Stadt will mehr Natur in Gewerbegebieten fördern

Grüne Dächer, Regenrückhaltung und Entsiegelung: Das Zentrum für Ressourceneffizienz zeigt im Auftrag des Bundesumweltministeriums Möglichkeiten für naturnähere Gewerbegebiete auf. © www.archlab

Gewerbegebiete sind zum Arbeiten da, zum Produzieren und Geld verdienen. Und so sehen sie oft auch aus: Funktional, versiegelt, grau. Schließlich sind die Flächen ein kostbares Gut, das ausgenutzt sein will. Die Stadt Stadtlohn legt nun mit ihren Nachbarkommunen ein Beratungsprogramm auf, das Unternehmer anregen will, in der Ökonomie auch kleine Nischen für die Ökologie zu schaffen.

Stadt will mehr Natur in Gewerbegebieten fördern

Grau ist aus der Vogelperspektive die dominierende Farbe im Stadtlohner Gewerbegebiete (hier die Boschstraße). Die Stadt will nun grüne Akzente fördern. © Geodatenatlas Kreis Borken

Wie natürliche Ressourcen im Gewerbegebiet effizienter genutzt werden können, zeigt zum Beispiel das Zentrum für Ressourceneffizienz im Auftrag des Bundesumweltministeriums. Das Spektrum reicht unter anderem von Gründächern und Fassadenbegrünung über Regenwasserrückhaltung in Teichen bis hin zu extensiver Pflege der Grünanlagen und der Wahl einheimischer Pflanzen. Umwandlung einer Rasenfläche in eine Wildblumenwiese fördert die Biodiversität und schafft neue Lebensräume und Nahrungsangebote für Insekten und andere Tiere. Bienenkisten, Fledermauskasten, Insektenhotels und Trockenmauern, so das Zentrum für Ressourceneffizienz, können die ökologische Qualität von Gewerbegebieten deutlich erhöhen.

Vier Nachbarkommunen ziehen an einem Strang

Die Idee, kommunal Akzente zu setzen, kommt aus Vreden. Dort hat der Förderverein Kulturlandschaft Vreden mit Unternehmern bereits Gespräche über eine naturnahe Umgestaltung von Firmenarealen geführt. Jetzt hat die Stadt Vreden ihre Nachbarn Stadtlohn, Südlohn und Gescher für das Projekt begeistert. Die vier Kommunen haben sich zur Förderregion „Vital.NRW-Projekt Berkel Schlinge“ zusammengeschlossen – ein Nachfolger des Förderprogramms Leader. Mit diesem Programm unterstützt das Land NRW die Entwicklung ländlicher Räume.

Maßgeschneiderte Tipps für Unternehmen

Was ist nun vorgesehen? Bis 2022 wollen die vier Projektkommunen nicht nur verstärkt Öffentlichkeitsarbeit für dieses Thema leisten, sondern Unternehmern ganz konkret bei ihren Planungen unterstützten. Fachberater sollen anhand der Grundstückspläne und einer Besichtigung des Firmengeländes die Möglichkeiten der naturnahen Gestaltungen ausloten und Lösungen skizzieren. Für die Beratung zahlen die Unternehmen einen Eigenbetrag von 250 Euro, der zurückerstattet wird, wenn die Unternehmen die Vorschläge tatsächlich umsetzen. Die Gesamtausgaben des Projekts liegen bei rnd 110.000 Euro. Auf die Stadt Stadtlohn kommen Kosten in Höhe von rund 10.000 Euro zu. Insgesamt verfügen die vier Kommunen über rund 500 Hektar Gewerbe- und Industriefläche: Vreden hat 197 Hektar, Stadtlohn 165, Gescher 132 und Südlohn 90.

Gewerbegebiete als „echtes Aushängeschild“

In seiner jüngsten Sitzung hat der Haupt- und Finanzausschuss der Stadt Stadtlohn einstimmig für die Teilnahme an diesem Programm gestimmt. „Das Beratungsprogramm ist genau der richtige Ansatz“, erklärte Helmut Stowermann (CDU). Otger Harks (SPD) verknüpfte die Hoffnung mit dem Programm, dass die Gewerbegebiete „ein echtes Aushängeschild“ für die Stadt werden. Er bezeichnete die Gestaltung niederländische Gewerbegebiete als gutes Beispiel. „

Auch Jürgen Wörmer (UWG) nennt die Idee „prinzipiell gut“. Nur schwang bei ihm ein Portion Skepsis mit: „Ob die Unternehmen das wohl umsetzen?“

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