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„Stadtlohn bleibt mit Hülsta Möbelstadt“

Nach Trennung von Rolf-Benz-Sparte

„Sehen Sie, die Hülsta-Fahnen wehen nicht auf Halbmast!“ Jan-Peter Grewing lacht und zeigt auf die flatternden Fahnen vor dem Möbelhaus Steinbach. Er glaubt fest an die Zukunft der „Möbelstadt“ Stadtlohn.

Stadtlohn

, 07.03.2018
„Stadtlohn bleibt mit Hülsta Möbelstadt“

Jan-Peter Grewing ist überzeugt davon, dass die Hülsta-Qualität „Made in Stadtlohn“ Bestand haben wird. © Stefan Grothues

Als in der vergangenen Woche bekannt wurde, dass sich die Stadtlohner Hüls-Gruppe nach 20 Jahren von ihrem prominenten Tochterunternehmen Rolf Benz trennt, war im Team des Möbelhauses Steinbach an der Burgstraße niemand wirklich überrascht – und erschreckt schon gar nicht.

„Das hat sich ja angedeutet nach dem Verkauf der Tochterfirmen Parador und Ruf Betten im Jahr 2016. Jetzt hat Hülsta eben eine Chance genutzt, Rolf Benz lukrativ zu verkaufen und neues Kapital zu beschaffen“, so ordnet Jan-Peter Grewing als Beobachter von außen den Schritt ein. Und für ihn besteht kein Zweifel: „Der Ansatz ist sehr gut. Ich sehe die Verschlankung als sehr positiv an. Die Diät macht Hülsta für die Zukunft fit. Das Unternehmen konzentriert sich auf seine Kernmarke – so wie Karl Hüls das früher auch getan hat.“

Freundschaft

Jan-Peter Grewing sagt dies nicht als neutraler Beobachter. Und er ist auch nicht irgendein Möbelhändler. Die Geschichte der Steinbach-Grewing-Gruppe ist eng mit der Hülsta-Firmengeschichte verknüpft.

„Mein Großvater Helmuth Steinbach und Karl Hüls waren sehr gut befreundet. Während Karl Hüls die ererbte Schreinerei ab 1960 unter dem Markennamen Hülsta zur bekanntesten deutschen und europäischen Möbelherstellermarke formte, baute Helmuth Steinbach eine Möbelhandels- und Immobilien-Gruppe auf.

Herzensangelegenheit


Zur Steinbach-Grewing-Gruppe gehören heute neben den eigengeführten Möbelhäusern auch vermietete Gewerbeparks, Verbrauchermärkte, Tankstellen sowie vielfältige Einzelhandelsimmobilien im Münsterland, im Ruhrgebiet, am Niederrhein und in den Niederlanden.

Die beiden Stadtlohner Möbelhäuser an der Mühlenstraße und an der Burgstraße sind mit ihren gut 30.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche also nur noch ein Teil des Steinbach-Geschäfts. „Aber ein Teil unserer Familientradition, der mir ein Herzensanliegen ist“, sagt Jan-Peter Grewing. 60 Prozent der Ausstellungsfläche sind mit Hülsta-Möbeln belegt.

Marktsättigung

„Das sind Möbel in höchster Qualität“, so sagt Jan-Peter Grewing, die aus Produzenten- und Händlersicht nur einen Nachteil haben. Grewing: „Die Möbel halten ein Leben lang.“ Das trägt zur Marktsättigung bei. Und junge Möbelkunden zu gewinnen, sei nicht einfach. Jan-Peter Grewing fallen viele Gründe ein: Ikea, Möbeldiscounter, Rabattschlachten zum Beispiel. Zudem müssten im Konsumbereich die Möbel nicht nur mit Auto- und Reise-Wünschen, sondern in wachsendem Maße auch mit Lifestyle-Produkten aus der Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik konkurrieren. Was Hülsta aus seiner Sicht darüber hinaus belaste: „In den letzten Jahren sind viele Händler weggebrochen, die die Marke vernünftig kommunizieren können.“

Woher nimmt Jan-Peter Grewing dann seinen Optimismus für die Marke Hülsta? „Hülsta hat Geschichte, Sub-stanz und Qualität. Und Hülsta hat sich in den letzten Jahren geöffnet, ist jünger geworden. Ich bin davon überzeugt, dass man die Menschen von einem Produkt überzeugen kann, das länger hält als jedes Auto. Wertebildung gegen die Wegwerfgesellschaft hat auch bei modernen Menschen eine Zukunft.“

Chancen im Export

Was Jan-Peter Grewing für die Hülsta-Zukunft außerdem zuversichtlich stimmt. „Die Globalisierung bietet den Qualitätsmöbeln Made in Germany viele neue Chancen. In China tut sich ein neuer, großer Markt auf.“

Dieser Gedanke führt Jan-Peter Grewing zurück in seine Heimatstadt. In Stadtlohn gebe es viele Unternehmen, die weltweit erfolgreich aktiv sind, zum Beispiel Lichtgitter. Doch eine Gitterrost-Stadt sei Stadtlohn nicht. „Wenn ich in Deutschland oder Europa unterwegs bin, dann sage ich immer: ‚ich komme aus der Stadt, in der die Hülsta-Möbel produziert werden. Und die kennt ja fast jeder.“

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