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Um Provision geprellt

Stadtlohn Je länger Oberstaatsanwalt Peter Schulze redete, desto länger wurde auch das Gesicht des Angeklagten (69).

01.08.2007

Eigentlich wollte sich der Rentner am Dienstag vor dem Landgericht Münster gegen den Vorwurf verteidigen, im September 2003 einen Stadtlohner Immobilienmakler betrogen zu haben. Doch der Mann merkte schnell, dass er im Berufungsprozess auf verlorenem Posten stand.

Viel zu interessante Details hatte Ankläger Schulze aus dem Behörden-Computer zu Tage gefördert. Fünf weitere Anklagen hat die Staatsanwaltschaft in den vergangenen Monaten gegen den Rentner verfasst - allesamt wegen Betruges. Zwei dieser Verfahren sind eingestellt worden, drei weitere werden in den nächsten Wochen und Monaten an den Amtsgerichten Ahaus beziehungsweise Gronau verhandelt. Da falle es schon schwer zu glauben, dass der 69-Jährige ausgerechnet im jetzigen Fall unschuldig sein solle, so der Oberstaatsanwalt.

Letztendlich wollte das auch der Angeklagte nicht mehr bestreiten. Damit steht fest, dass er tatsächlich versucht hat, den Stadtlohner Makler um mehr als 8000 Euro Provision zu prellen. Der Immobilienexperte hatte für den Rentner den Kauf eines Grundstückes in Duisburg eingefädelt, dafür aber lange Zeit nicht einen Cent gesehen. Erst beim ersten Prozess am Amtsgericht Ahaus im Januar hatte der 69-Jährige plötzlich die Brieftasche gezückt und seinem Betrugs-Opfer 5000 Euro in die Hand gedrückt.

Das Amtsgericht zeigte sich von dieser Geste allerdings wenig beeindruckt und verurteilte den Rentner damals zu sechs Monaten Haft auf Bewährung. Weil der Angeklagte seine Berufung schließlich zurückzog, ist dieses Urteil seit Dienstag rechtskräftig. von

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