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Von den Flammen fasziniert

Stadtlohn Fasziniert vom Anblick des Feuers und der Macht lodernder Flammen war ein 24-Jähriger aus Stadtlohn, der in der Zeit vom 15. Oktober 2005 bis 1. Juni 2006 insgesamt zehn Brände legte, wobei es in zwei Fällen bei einem Versuch blieb.

18.12.2007

Gestern musste sich der ehemalige zur Tatzeit aktive Feuerwehrmann vor dem Schöffengericht in Ahaus wegen Brandstiftung und Sachbeschädigung verantworten. Das Gericht sah eine Haftstrafe von zweieinhalb Jahren als erforderliche Sühne an. Die Staatsanwaltschaft hatte das gleiche Strafmaß gefordert.

Erschwerend wertete das Gericht, dass er bei dem Versuch, in der Bergstraße vor einem Haus lagernden Sperrmüll in Brand zu setzen, eine Gefährdung der Bewohner und des Gebäudes in Kauf genommen hatte.

Als Feuerwehrmann hätte er diese Gefahr mit ihren verheerenden Folgen erkennen und wissen müssen. Nach Darstellung eines Brandsachverständigen, wäre es zu einer gefährlichen Situation gekommen, wenn der Brandsatz gezündet hätte, da das Feuer auf das Haus in rasanter Schnelle hätte übergreifen können.

Jeden Brand geplant

Sämtliche Brände waren von dem Angeklagten geplant und mit selbst gebastelten Brandsätzen gelegt worden. Mit Gummibändern umwickelte Streichholzpäckchen und eine brennende Zigarette oder so genannte Molotowcocktails fertigte er bei seinen abendlichen oder nächtlichen Fahrten im PKW als Brandbeschleuniger an. Fünf Mal hatte er auf Feldern gelagerte Stroh-, beziehungsweise Silageballen versucht anzuzünden. In einem Fall half er als aktiver Feuerwehrmann, das Feuer unter Kontrolle zu bekommen.

Erheblichen Sachschaden, etwa 40000 Euro, richtete er in einem Möbellager am Pfeifenofen an, als er das Rolltor mit einem Brandsatz anzündete - diesmal mit einem Grillanzünder mit Zigarette -, und starke Rauchentwicklung im Lager entstand. Ein Molotowcocktail, den er in ein Holzlager an der Hölderlinstraße warf, zündete nicht, so dass kein Sachschaden zu verzeichnen war. Durch das Anzünden von gelagerten Müllsäcken auf einem Firmenparkplatz, wurde der Parkplatz in Mitleidenschaft gezogen. Ein in einer Hofeinfahrt gelagerter Holzstapel widerstand, wie auch am Kalterweg gelagerter Sperrmüll, bei dem keine Personen oder Gebäude gefährdet waren, seinen Brandsätzen ohne Schaden.

Reue gezeigt

Der zum ersten Mal vor Gericht stehende Angeklagte, der sich in ärztliche Behandlung begeben hat, zeigte Reue über seine Taten. Er hat, wie sein Anwalt mitteilte, der auf eine Bewährungsstrafe plädierte, mit der Wiedergutmachung der Schäden bereits begonnen. ek

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