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Wie Josef Albers Stadtlohn sah

Kunstwerk des Monats

Als „Kunstwerk des Monats“ hat Archivar Ulrich Söbbing zwei Ansichtskarten ausgesucht, die der später sehr bekannt gewordene Künstler Josef Albers in Stadtlohn angefertigt hat. Sie stammen aus dem Jahre 1911.

STADTLOHN

17.03.2011

Während seiner Tätigkeit in Stadtlohn in den Jahren 1910/11 zeichnete der junge Volksschullehrer Josef Albers in seiner Freizeit mehrere Motive seiner Umgebung. Die Darstellung des Kirchturms von St. Otger mit der Bildunterschrift „Blick aus meinem Fenster Stadtlohn 1911“ galt bisher als älteste bekannte Tuschzeichnung. Nun konnten auch die beiden mit „A“ signierten Ansichtskarten mit Ansichten der sich in der Berkel spiegelnden St.-Otger-Kirche sowie der Hilgenbergkapelle dem Künstler zugeschrieben werden. Die Signatur findet sich nämlich bei mehreren weiteren Zeichnungen mit Motiven u.a. aus Vreden, Coesfeld, Dülmen und Bottrop in zwei Heimatkalendern der Jahre 1913 und 1915, die ausdrücklich als Werke von Josef Albers bezeichnet sind.

Die beiden 1911 und 1913 abgestempelten Ansichtskarten wurden vom Stadtlohner Schreibwarenhändler und Buchdrucker Caspar Wüllner herausgegeben, der sonst nur Fotografien für diesen Zweck benutzte. Diesem wird das Talent des Lehrers, der sich sicherlich in seinem Geschäft mit Zeichen- und Schreibbedarf eindeckte und nur wenige Häuser entfernt bei Schröder-Trah am Markt wohnte, aufgefallen sein. Obwohl Josef Albers erst 1913 mit seinem Kunststudium in Berlin begann, zeigen die Stadtlohner Arbeiten, dass er bereits als „Hobbymaler“ besondere Fähigkeiten erkennen ließ. Es gelingt ihm, mit dem Tuschestift eine breite Skala von Grautönen zu erzeugen und die Charakteristika der Gebäude treffsicher, detailreich und stimmungsvoll einzufangen. 

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