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Stahlbranche diskutiert über Trump-Zölle

Die Pläne von US-Präsident Trump für neue Stahl-Zölle sorgen für Verunsicherung in der Branche. Bei einer Umsetzung der Pläne fürchtet die IG Metall Jobverluste auch in Deutschland. Heute diskutieren Stahlmanager die Lage in Düsseldorf.

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Essen/Duisburg

, 07.03.2018
Stahlbranche diskutiert über Trump-Zölle

Das Thyssenkrupp Stahlwerk Schwelgern steht in der Dämmerung da. Foto: Bernd Thissen/Archiv

Vor dem Hintergrund der von US-Präsident angedrohten Strafzölle trifft sich die internationale Stahlbranche heute in Düsseldorf. Ein möglicher Strafzoll insbesondere für Stahl könnte dabei nach Einschätzung der IG Metall Arbeitsplätze auch in Deutschland in Gefahr bringen. „Wir gehen davon aus, dass es Beschäftigungseffekte haben wird“, sagte der Stahl-Experte der IG Metall, Heiko Reese, im Vorfeld der Handelsblatt-Jahrestagung Stahl. Derzeit könne aber noch niemand beziffern, in welchem Umfang dies geschehen werde.

Auch der Stahlfachmann das RWI-Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung, Roland Döhrn, äußerte sich zunächst zurückhaltend im Hinblick auf das Ausmaß möglicher Jobverluste. Das habe zunächst nur sehr beschränkte Auswirkungen auf die Arbeitsplätze, sagte er. Die größte Gefahr bestehe vielmehr darin, dass sich protektionistische Tendenzen entwickelten.

Die direkten Auswirkungen auf den deutschen Stahlexporte seien jedoch als eher gering einzuschätzen, da lediglich knapp 6 Prozent des Werts der Stahlproduktion in die USA ausgeführt werde. Es sei jedoch davon auszugehen, dass in dem durch Überkapazitäten geprägten Stahlmarkt dadurch zusätzliche Mengen nach Europa drängten.

Nordrhein-Westfalen ist nicht nur Sitz des größten deutschen Stahlkonzerns Thyssenkrupp, sondern auch Standort des größten deutschen Aluminiumproduzenten Trimet. Trump hatte Strafzölle von 25 Prozent auf Stahl und von zehn Prozent auf Aluminium angekündigt. Fast jeder zweite der rund 85 000 deutschen Stahlkocher ist in Nordrhein-Westfalen beschäftigt. Von 1600 Mitarbeitern der Trimet Aluminium haben 1200 ihren Arbeitsplatz in Nordrhein-Westfalen.

Zu der zweitägigen Tagung werden unter anderem der Chef der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Hans Jürgen Kerkhoff, sowie Manager der Stahlkonzerne Salzgitter, ArcelorMittal, Tata Steel und Voestalpine erwartet.

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