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Erinnerungen wieder wach

Stromausfall - Die Angst im Kopf

OCHTRUP Plötzlich waren sie wieder da – die Erinnerungen an den November 2005. An die Kälte, die Dunkelheit. An das Schneechaos, das einen tagelangen Stromausfall in Ochtrup verursacht hatte. Auf einmal war das alles wieder präsent – am Montagabend, als Teile der Stadt erneut im Dunkeln lagen.

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Die Trafostation der Stadtwerke Ochtrup bekam am Montagabend keinen Strom zum Weiterleiten.

Alexander Gruhlke

Maria Terheyden

 

„Schon wieder ohne Strom!“ Dieser Gedanke schoss wohl tausenden Ochtrupern durch den Kopf. Ein Großteil der Töpferstadt stand ohne Elektrizität da. Die Straßenlaternen gingen aus, die Fernsehschirme wurden schwarz, kein Lichtschein drang aus den Wohnungen. Etwa 11 000 der 20 000 Einwohner saßen im Dunkeln.

„Da ist bestimmt eine Sicherung rausgeflogen“, das sei sein erster Gedanke gewesen, sagte am Dienstag Alexander Gruhlke. An 2005, als im Schneesturm 87 Strommasten abknickten, fühlte sich der Schüler aber nicht erinnert. „Ich hab‘ eher daran gedacht, dass Arbeiter irgendwo ein Kabel beschädigten.“ Auch er habe zuerst an Arbeiter gedacht, meinte Reinhold Baake. „Ich habe zum Nachbarn geschaut. Hat der noch Strom?“ Baakes nächster Gedanke: „Jetzt ist schon wieder der Strom weg. Und das ganz ohne Schnee!“

75 besorgte Bürger riefen die Polizei

75 Bürger riefen die Polizei an, teilten die Beamten gestern in Steinfurt mit. Die Polizei fuhr verstärkt Streife durch die verdunkelten Straßen. Fazit: „Alles war ruhig in Ochtrup und Umgebung.“

 

Unaufgeregt hat der dreijährige Matthes den Stromausfall erlebt. Eigentlich fand er ihn sogar ganz gut. Seine Schilderung des Vorfalls: „Licht aus, Kerzen an. Dann haben wir auf dem Sofa Chips gegessen.“

Ganz anders erlebte Maria Terheyden die düstere Szenerie. Es sei schon ein komisches Gefühl gewesen, in der dunklen Stadt herumzufahren. Zudem packten die Konditorei-Inhaberin Sorgen, weil sie an die Folgen des Stromausfalls dachte: „Vor zwei Jahren machte sich ein Gefühl der Hilflosigkeit breit. Damals ist uns im Geschäft ja einiges weggetaut.“

Auf den Ernstfall vorbereitet

Das passierte diesmal nicht. Die Konditorei war nicht vom Stromausfall betroffen. Und Hilflosigkeit verspürte sie diesmal auch nicht, denn sie war vorbereitet: „Wir haben uns nach den Erfahrungen von 2005 für den Ernstfall eingedeckt.“ Die Terheydens kauften damals Lampen, Batterien und Kerzen. Wie viele andere Ochtruper auch. Maria Terheyden: „Es war diesmal gar nicht so schlimm.“

 

Und es dauert auch nicht so lange. Nach knapp zwei Stunden waren alle Haushalte wieder am Netz. Am Dienstag betrieben die örtlichen Stadtwerke noch Ursachenforschung.

 Fest stand zunächst nur: Im Leitungsnetz war ein Fehler in einem Mittelspannungskabel aufgetreten. „Wir suchen noch nach der genauen Schadensstelle“, sagte ein Stadtwerke-Sprecher. Techniker hatten am Vorabend den fraglichen Bereich überbrückt und damit die Dunkelheit beendet, die die Erinnerungen so plötzlich geweckt hatte.

Er habe sofort an den November 2005 gedacht, sagte ein Ochtruper. „Es war alles düster in der Stadt. Da sitzt schon noch die Angst im Kopf, was kommt.“ 

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Die Trafostation der Stadtwerke Ochtrup bekam am Montagabend keinen Strom zum Weiterleiten.

Alexander Gruhlke

Maria Terheyden

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