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Fußball: Freiwilliger Abstieg des SuS Stadtlohn

SuS zieht sich in die Landesliga zurück

STADTLOHN Was sich seit Wochen angedeutet hat, ist jetzt Gewissheit: Der SuS Stadtlohn zieht sich zur kommenden Saison aus der Westfalenliga zurück und startet in der Landesliga. Der Verein will aus seinen Fehlern lernen.

SuS zieht sich in die Landesliga zurück

Spiele in der Ober- und Verbandsliga wird es im Hülsta-Sportpark auf absehbare Zeit nicht mehr geben. Foto: Sascha Keirat

Der SuS Stadtlohn wird in der kommenden Saison 2018/19 mit seiner ersten Mannschaft in der Landesliga spielen. Das teilte der Vorstand des SuS am Montag mit. Sollte der sportliche Klassenerhalt gelingen, wird die Mannschaft mit Ablauf des letzten Spieltags der laufenden Saison zurückgezogen und damit nachträglich als Absteiger feststehen.

Die Gerüchte der vergangenen Wochen weichen damit der Gewissheit. Auch wenn dieser Schritt schmerzhaft sei, so sei er ebenso alternativlos. „Die aktuellen Rahmenbedingungen lassen einen geordneten Spielbetrieb in der Westfalenliga mit spürbar höheren Kosten aktuell nicht zu“, so der SuS-Vorsitzende Wilfried Steinhage in einer Pressemitteilung. Nach der notwendigen Etatkürzung um 50 Prozent im Winter werde der Etat zur neuen Saison noch einmal leicht angepasst.

STADTLOHN Der freiwilllige Abstieg tut weh, doch der SuS Stadtlohn hat konsequent gehandelt, kommentiert unser Redakteur Sascha Keirat.mehr...

Schon im Winter hatten acht Spieler den Verein verlassen, im Sommer werden gut zehn weitere folgen (Münsterland Zeitung berichtete). Nach einer grundlegenden Analyse der Lage haben die Verantwortlichen diesen Schritt als den richtigen erachtet. „Der Konsens ist geschlossen. Wenn wir einen Neustart ausgeben, dann muss er auch konsequent sein. Es bringt uns nicht weiter, uns an die Vergangenheit zu klammern. Der Neustart ist eine echte Chance“, so Geschäftsführer Michael Schley. Natürlich müsse man nun auch Fehler korrigieren, die in jüngerer Vergangenheit gemacht wurden. Die Bedingungen im ambitionierten Amateurfußball seien heute andere als vor 20 Jahren. „Da hat uns vielfach auch Weitblick gefehlt.“ Viele Entwicklungen hätten den Verein im Zuge des Erfolges auch überholt.

Eine Bestandsaufnahme habe ergeben, dass der SuS weiter drei Seniorenteams stellen könne. Allerdings müsse er in Sachen Qualität ein wenig kleiner denken. „Der Kader der Ersten wird sich aus wenigen verbleibenden und neuen Spielern aus unteren Klassen sowie Akteuren der aktuellen Reserve und vielen Nachwuchsspielern zusammensetzen“, erklärt der Sportliche Leiter, Markus Plate.

Landesliga wird den Druck nehmen“

Allen Spielern sei der zweigleisige Weg aufgezeigt worden – und alle trügen diesen mit. „Vielen merkt man auch an, dass die Landesliga ein wenig Druck nehmen wird, das wird die Entwicklung fördern“, glaubt Plate. Mit der Landesliga werde man nun wieder attraktiver für die Talente aus Stadtlohn und der näheren Umgebung. Deshalb habe man großen Wert darauf gelegt, dass es im Zuge der Neustrukturierung keine nachhaltigen Auswirkungen auf den Nachwuchsbereich geben werde.

Dass das Konzept von vielen Seiten mitgetragen werde, habe man in den vergangenen Monaten gespürt. Auch in Zukunft brauche der Verein die Geduld und Unterstützung des Umfelds. „Wir merken, wie diese Entscheidung vielen den Druck nimmt. Alle wollen Spaß haben an unseren Fußballern und gerne zum Sportplatz kommen“, so Steinhage. Er sei dankbar für die Unterstützung der Jugend und der Reserve in dieser schwierigen Rückrunde: „Ohne die Rückendeckung hätten wir die Erste abmelden müssen – mit erheblichem Imageschaden. Das wäre auch unseren Konkurrenten in der Westfalenliga gegenüber unsportlich gewesen.“

Nicht um jeden Preis

Eines habe man auch festgestellt, so Michael Schley: „Natürlich haben wir alle ein Leistungsstreben – und werden dieses auch behalten. Aber nicht mehr um jeden Preis. Wichtiger als die reine Spielklasse ist, dass ambitionierter Fußball gespielt wird und sich die Leute mit der Sache identifizieren können.“

Die vorerst letzte Westfalenliga-Spielzeit wolle der SuS mit Würde zu Ende spielen. Markus Plate: „Die Mannschaft wird bis zum Schluss alles geben. So wie sie es bisher auch getan hat.“

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