Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Apfel für die Liebe, Geldstück fürs Glück

30.12.2007

Apfel für die Liebe, Geldstück fürs Glück

<p>Etwas Obst und Geld spielten zu Silvester und Neujahr eine wichtige Rolle, wie Fannika Stovermann weiß. Herbers</p>

Oeding Ob das Verspeisen von zwölf Weintrauben kurz vor Mitternacht wie in Spanien oder vom Stuhl ins neue Jahr springen wie in Österreich - jedes Land kennt seine ganz speziellen Silvesterbräuche. Auch Fanika Stovermann erinnert sich gern daran, wie sie als Kind und junge Frau den 31. Dezember in ihrer kroatischen Heimat verbracht hat. "Ein besonderer Spaß für die Kinder war es zu Silvester, wenn Schüsse mit Carbid-Pulver abgefeuert wurden, um das neue Jahr zu begrüßen. Das Dorf, aus dem ich komme, liegt in einem Tal, rundherum türmen sich Berge auf - und das hat immer wunderbar gehallt", erzählt die Oedingerin, die seit fast vierzig Jahren in der Gemeinde lebt. Auch die Kroaten haben etwas nachgeholfen, um die Schicksalsgöttin Fortuna auf ihrer Seite zu wissen. Wenn die Familie zu Neujahr badete, habe die Mutter immer ein Geldstück ins Wasser geworfen - das sollte Glück für das ganze Jahr bringen.

Sarma zu Silvester

Um ihr Glück in der Liebe zu mehren, wandten die jungen Männer hingegen eine andere List an: "Waren die Jungs in ein Mädchen verliebt, haben sie ihr zu Silvester in der Kirche einen roten Apfel in die Tasche gesteckt." Ob das auch gewirkt habe? Fanika Stovermann lacht und hält ein besonders schönes Exemplar in die Luft. "Das weiß ich nicht. Ich war damals noch zu jung, um einen zu bekommen." Zu essen gab es an Silvester häufig Sarma. "Das schmeckt so ähnlich wie hier die Kohlrouladen, nur dass diese in Kroatien sauer zubereitet werden." Das auf dem ganzen Balkan bekannte Gericht bereite sie auch heute noch häufig zu. "Die Kohlköpfe bringe ich mir aus meiner Heimat mit und friere sie ein." Verpönt sei es gewesen, am letzten Tag des Jahres Hähnchen zu essen: "Das Huhn schmeißt mit Dreck um sich, hat meine Mutter immer gesagt. Schweine galten bei uns hingegen als Glücksboten."

"Sretna nova Godina"

Zu Neujahr seien die jungen Männer immer von Haus zu Haus gegangen. Die Menschen gaben ihnen etwas Geld und alle wünschten einander "Sretna nova Godina" - "Frohes neues Jahr" oder auch eine gute Ernte. In der Nacht zuvor habe es in Kroatien immer - anders als hier früher - große Feste gegeben. "Meine Tanten haben sich immer fein gemacht, um groß in Zagreb auszugehen." Ausgiebige Feiern mit Entertainern und Sängern im Programm seien auch dem Staat damals wichtig gewesen - und wurden selbst in kleinen Dörfern abgehalten. "Wir blieben dann bei der Oma - und freuten uns auf die Carbid-Schüsse zum neuen Jahr." kh

Lesen Sie jetzt