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Dem Gas auf der Spur

Südlohn Hans-Ulrich Vetter zieht sein Käppi tiefer ins Gesicht. Der Blick nach oben verheißt nichts Gutes. Immer noch fallen dicke Tropfen auf den Asphalt. Das bedeutet: weiter Zwangspause für den Gasspürer.

02.08.2007

15 Jahre zieht Vetter schon durch Deutschland - seit Dienstag gemeinsam mit Gregor Olbering von den SVS-Versorgungsbetrieben in Südlohn. "Hier war ich vorher noch nie. Aber es ist schön - und vor allem flach." Vetter grinst. Sein letzter Einsatzort war Siegen. 550 Kilometer Erdgasleitungen hat er dort geprüft - in drei Monaten. "Das geht da hoch und runter." Er macht eine wellenförmige Bewegung mit dem Arm.

Der Himmel klart auf. "Lotse" Olbering geht mit dem Plan in der Hand voran. 44 Kilometer geht es abzuschreiten - über Straßen, durch Gärten, auch mal bis in die Häuser. "Wir laufen direkt über die Leitungen", sagt der geprüfte Gasspürer. Bei Regen mache das keinen Sinn, da das Erdreich kein Gas mehr entweichen lasse.

Eine Spürnase muss Vetter für seinen Job nicht sein. Die kleine Pumpe in Vetters Messgerät erledigt die Sucharbeit. Kleinste Mengen an der Oberfläche kann sie finden - denn Erdgas ist leichter als Luft. Trifft sie auf den flüchtigen Stoff schlägt die Anzeige aus und ein Signal ertönt. Schon Millionstel-Teilchen können so aufgespürt werden. "Bis jetzt war aber alles in Ordnung." Überhaupt würden selten Lecks gefunden. Bei der vergangenen Prüfung in Südlohn 2003 waren es gerade mal fünf Lecks. Die Ursachen: Bauarbeiten, Verschleiß oder die Last des Verkehr. Gefahr gingen von diesen aber in der Regel nicht aus, weiß der Experte.

Unangenehmer Geruch

Anders sei dies früher in Ostdeutschland gewesen, wo Vetter herkommt: "Die Gasleitungen waren in einem schlechten Zustand. Da mussten wir den ganzen Tag undichte Stellen lokalisieren." Sollten die Experten doch einmal fündig werden, geht es auf die Suche nach der genauen der Stelle. Dann heißt es: Löcher bohren und mit einer Stabsonde "nachschauen". In diesem Fall kann es auch schon mal unangenehm riechen. Ist das Leck gefunden, geht eine Meldung an den Netzmeister, der je nach Dringlichkeit die Stelle absperren und reparieren lassen kann.

Und die Reaktionen? "Die Leute wundern sich schon. Meistens kommt die Frage, ob wir auf Goldsuche sind." Vetter lacht. Nur das Wetter macht ihm Sorge. Heute ist er noch in Südlohn unterwegs. Nächste Woche in Vreden. Dann sind 124 Kilometer Gasleitung dran - wenn das Wetter mitspielt. kh

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