Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Dr. Thorsten Blanke erklärt wie eine Biogasanlage funktioniert

Bürgerversammlung

SÜDLOHN „Die Biogasanlage in Südlohn soll ein Leuchtturmprojekt werden, das europaweit kopiert werden soll“, bekräftigt Dr. Thorsten Blanke, Fachbereichsleiter Biogas bei RWE Innogy erneut. Während der Bürgerversammlung stellten die Investoren anhand einer Powerpointpräsentation die Abläufe innerhalb der geplanten Anlage vor.

von Von Melanie Steur

, 15.04.2010
Dr. Thorsten Blanke erklärt wie eine Biogasanlage funktioniert

Dr. Thorsten Blanke, Fachbereichsleiter Biogas bei RWE Innogy.

So ist es vorgesehen: Beide LKW (oben links in der Grafik) transportieren die Substrate: die separierte Gülle – die Feststoffe der Gülle – Rohgülle und Zwischenfrüchte in die Anlage. „Die Rohgülle hilft uns dabei, die Feststoffe pumpfähig zu halten“, erklärt Blanke. In der Substratannahmehalle werden die Substrate gemischt. Diese werden dann komplett in den Fermenter transportiert, wo Bakterien die Biomasse in Biogas umwandeln. Im Foliendach des Nachgärers wird das Biogas zwischengespeichert, bevor es komplett entschwefelt wird. Blanke: „Dieser Schritt ist notwendig, damit das Biogas in der Gasaufbereitung und im Blockheizkraftwerk nutzbar ist.“

Die Gasfackel hat während der Bürgerversammlung zu Unmutsbekundungen geführt, da einige befürchteten, dass diese brennend über dem Gelände der Biogasanlage zu sehen sei. „Die Fackel dient als reine Sicherheitsmaßnahme, sollte die Hauptleitung unterbrochen werden“, versichert der Fachbereichsleiter. Nur in einem solchen Fall würde das Gas verbrannt werden, aber innerhalb der Fackel. „Eine Flamme wird nie zu sehen sein, höchstens flimmernde heiße Luft, wenn der Betrachter direkt darunter steht.“ Dem Betreiber könne an diesem Verbrennen nicht gelegen sein, wenn das Gut, das er herstellt, verbrannt anstatt verkauft werde, so der RWE-Mann. Von der Entschwefelung kommend, wird das Gas also entweder in das Blockheizkraftwerk zur Stromerzeugung oder zur Gasaufbereitung geleitet und dann in die entsprechenden Netze eingespeist.

„Die dabei entstehende Abwärme wird in der Hygienisierung – für die Sterilisierung der Gärreste – gebraucht“, erklärt Blanke. Die Aufbereitung der Gärreste dient der Herstellung von Dünger, der neben dem Biogas auch ein Produkt der geplanten Anlage wird. Die gesamte Abluft wird über Biofilter oder Wäscher geführt, um Geruchsemissionen zu verhindern. „Die Leute sollen sagen: Das ist eine tolle Anlage und nicht, wie sehr diese im ganzen Ort stinkt. Dann wäre dies ja kein Leuchtturmprojekt“, fügt Blanke hinzu.