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Ein Tor zur Welt

Südlohn Andächtig streicht Martin Porsche über das schwarze Eisen. Bald geht "sein" Tor auf Reisen. Gemeinsam mit zwei Kollegen hat er drei Monate daran gearbeitet.

03.08.2007

An der Einfahrt zum Schloss Château de Sully direkt am Genfer See in der Schweiz wird es thronen. Noch lehnt es an der Werkshalle bei Robers Leuchten in Südlohn. Aus dem Innern dringt lautes Hämmern und Bohren. Längst arbeiten die 60 Mitarbeiter in dem 1964 gegründeten Unternehmen an neuen Projekten. Doch bis aus den einzelnen Teilen ein Kunstwerk wurde, war es ein langer Weg.

Feingefühl

Drei Monate, auf die Martin Schmeing, Ludger Olthoff und Martin Porsche nicht verzichten möchten. "Erst weiß man nicht, was auf einen zukommt, dann ist man plötzlich mitten drin", sagt Porsche, der das Füllwerk erstellt hat. Zunächst erhitzten die drei die Eisenteile im Feuer. Dann brachten sie sie nach einem genauen Plan in Form, bauten sie schließlich zusammen. Haargenau müsse man arbeiten, denn wenn das Material Verformungen aufweise, müsse der Schmied wieder von vorne beginnen. Besonders Feingefühl sei da gefragt, meint der 44-Jährige, der vor fast dreißig Jahren das Handwerk in Norddeutschland erlernte. "Das war das erste Projekt dieser Art für mich - und eine ganz besondere Herausforderung", fasst er zusammen. Und spricht wohl auch den Kollegen aus der Seele. "Die Mitarbeiter sind von Anfang bis Ende dabei. Das stärkt die Identifikation", meint auch Geschäftsführer Alexander Robers.

Jetzt nach dem Zusammenbau wird das fünf Meter breite und sechs Meter hohe Schlosstor in Bochum feuerverzinkt. Anschließend erhält es in Südlohn eine bronzene Patina. Details werden mit Blattgold verziert. Zu guter Letzt erhält es einen elektrischen Antrieb. Denn die knapp drei Tonnen wollen nicht per Hand bewegt werden. Noch im August geht es auf nach La Tour-de-Peilz am Nordostufer des Genfersees. Betrachter werden die filigranen Verzierungen in Erstaunen versetzen. Öffnet es sich für Besucher, gibt es den Blick frei auf ein altes Schulgebäude, das heute eine Bowling-Bahn und einen Reitstall beherbergt. Dann geht es 200 Meter hinauf zu dem 1882 erbauten Schloss, dass malerisch auf einem Hügel nahe dem Seeufer ruht. Bis vor kurzem war es im Besitz der kanadischen Sängerin Shania Twain. "Heute gehört das Anwesen einem russischen Unternehmer aus St. Petersburg, der es komplett renovieren lassen hat", so Robers.

Die nächste Pforte für einen Freizeitpark in Taiwan ist bereits in Arbeit. Doch dass Schlosstor wird Porsche und seine Kollegen wohl noch lange nicht loslassen. Robers: "Es ist von seiner Dimension und Qualität her einfach eine Ausnahme." kh

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