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"Es geht um den Menschen"

Oeding Der Service-Punkt Arbeit in der Gemeinde erweist sich mehr und mehr als Erfolgsmodell. Der positive Trend des vergangenen Jahres setzt sich fort: Innerhalb der vergangenen zwölf Monate haben drei Viertel der Langzeitarbeitslosen in der Gemeinde eine Beschäftigung gefunden - so viele wie nirgendwo im Kreis Borken.

05.12.2007

"Es geht um den Menschen"

<p>Arbeiten Hand in Hand: Fallmanagerin Nicole Kronenfeld und Abteilungsleiter Johannes Kückelmann. Künftig finden Bürger auch im neuen Bürgerservice Soziales Gehör. Herbers</p>

Besonders Menschen im Alter von 40 Jahren und mehr - unter ihnen viele Frauen - waren von längerer Arbeitslosigkeit betroffen. Vielen konnte Nicole Kronenfeld zu einer Beschäftigung verhelfen. Was dahinter steckt? Ganz einfach: "Es geht uns um den Menschen, jeden einzelnen", erklärt Kronenfeld, die seit 2005 als Fallmanagerin für ALG-II-Empfänger da ist und sie - wenn möglich - in einen Job vermittelt. Ein Grund für den Erfolg: "Es hat sehr viele Aktive gegeben, die gut mitgewirkt haben." Häufig falle es Menschen leichter, einen Mitarbeiter im Rathaus anzusprechen, als zum Sozialamt zu gehen, das häufig mit negativen Eindrücken in Verbindung gebracht werde.

Umfeld betrachten

Kronenfeld unterhält sich mit den Suchenden nicht nur über ihren berufliche Werdegang, sondern beleuchtet die gesamte Lebenssituation. "Wir suchen nach einer Beschäftigung, in dem Maße wie es den Hilfebedürftigen möglich ist", sagt sie. Besonders für allein erziehende Frauen mit Kleinkindern bemüht sie sich durch Kontakte zu Kindergärten um kurzfristig Betreuungsplätze. Häufiger seien bereits in Erstgesprächen Stellen vermittelt worden. Ein Vorteil: Die Teams im Bereich Soziales arbeiten Hand in Hand. "Möchte jemand einen Antrag stellen, lassen wir uns seine Situation schildern und ermöglichen ihm direkt ein Gespräch bei der Arbeitsvermittlung. So lässt sich Hilfsbedürftigkeit manchmal ganz vermeiden", weiß Johannes Kückelmann, Abteilungsleiter des Bereichs Soziales. Doch sei dies nur die eine Seite der Medaille: Auch die Zusammenarbeit mit Unternehmen in der Gemeinde laufe gut. "Die Betriebe haben seit fast drei Jahren einen festen Ansprechpartner, betrachten uns als zuverlässig", erklär t Kückelmann. Der Service-Punkt diene sozusagen als Schnittstelle, die zwischen Arbeitsuchenden und Unternehmern vermittle.

Zeit nehmen

Keiner müsse fürchten, in externe Trainingsmaßnahmen geschickt zu werden, die er für sinnlos halte - auch nicht Ältere ohne Ausbildung. Zwar seien Zeugnisse heute wichtig. Doch Erfahrung werden von vielen Unternehmen geschätzt. Häufig brächten zusätzliche Qualifizierungsmaßnahmen wenig. Wichtiger sei, sich mit dem Suchenden hinzusetzten und ihm zu zeigen, worauf er bei einer Bewerbung achten müssen, meint die Fallmanagerin. "Mir ist es vor allem wichtig, auf die Menschen einzugehen und mit ihnen gemeinsam andere Wege zu finden." kh

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