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Gunhilda Hollstegge ist auch mit 80 noch top fit

SC Südlohn

SÜDLOHN „Die Arme nach oben, nach vorne – und fallen lassen. Die Arme nach oben, zur Seite und fallen lassen!“ Der linke Fuß von Gunhilda Hollstegge wippt zum Takt der Musik aus dem CD-Spieler mit, während sie munter die Lockerungsübungen für den Oberkörper mitmacht.

von Von Melanie Steur

, 13.04.2010

Mehrmals wöchentlich geht Gunhilda Hollstegge, liebevoll „Gundi“ genannt, zum Sport. Dass sie 80 Jahre alt ist, ist ihr nicht anzusehen und schon gar nicht anzumerken. Sie ist das älteste aktive Mitglied beim SC Südlohn und wurde nun von der „Alten Garde“ des Vereins dafür geehrt. „Als Kind musste ich viel im Haushalt helfen“, erinnert sich die Sportlerin. Und Schulsport habe es damals noch nicht gegeben. „Nach dem Krieg gab es zwar keine Turnhallen, aber die Bäume, die standen noch“, erzählt sie schmunzelnd. Neidisch, dass ihre Brüder immerzu draußen spielen durften, während sie drinnen helfen musste, stahl sie sich in jeder freien Minute raus an die frische Luft und machte es ihren Brüdern nach.  

„Grenzball haben wir auch viel gespielt.“ Überhaupt hätten sich die Kinder früher viel mehr bewegt als in der heutigen Zeit, meint Gundi. „Der Spaß am Bewegen ist mir bis jetzt geblieben.“ Früher wollte sie so gut sein wie ihre Brüder. „Was die können, kann ich auch“, habe ihr Motto gelautet, erklärt die 80-Jährige. Das Angebot der KFD (Katholische Frauenbewegung Deutschland) an einem Kurs mit dem Namen „Frauenturnen“ teilzunehmen, habe sie „natürlich nicht abgelehnt“. Das war vor über 40 Jahren. Eine Pause der sportlichen Aktivität hat die Südlohnerin – wenn überhaupt – dann nur aus gesundheitlichen Gründen eingelegt. „Ich wusste, dass ich den Anschluss nicht verlieren darf.“

„Breitensport nennt sich das, was wir in dieser Gruppe machen“, erklärt Übungsleiterin Elisabeth Huning vom SC Südlohn. „Heute ist Sitzballgymnastik dran.“ Die Damen folgen den Anweisungen Hunings genau. „Auch für mich ist das eine Herausforderung“, erklärt die SC-Aktive. „Ich muss alle Übungen im Kopf haben und sie auch vernünftig zeigen können. Das hält fit.“ Das Angebot „Sport für Ältere“ nehmen viele Frauen wahr, so Huning. „Normalerweise sind wir 17 bis 18 Damen, heute sind es nur zwölf.“ Das liege daran, dass die anderen alle beim Kommunionskaffee sind, erklärt Gundi und packt ihre Sportsachen in die Tasche ein. „Die essen Torte, wir machen Gymnastik“, Gundi bindet sich lächelnd die Schuhe zu. „Bis morgen“, ruft sie Elisabeth Huning zu. „Bis morgen beim Walking.“