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Helfer leisten Beistand auf letztem Weg

23.12.2007

Südlohn "Was kommt da bloß auf mich zu?" Diese Frage hat sich Maria Wedding gestellt, als sie sich dem im April gegründeten ambulanten Hospizdienst in der Gemeinde anschloss. Nun hat sie Klarheit. Genau wie zwölf weitere Teilnehmer, die sich in einem Kurs der Europäischen Seniorenakademie und dem Verein Omega auf die ehrenamtliche Krisen- und Sterbebegleitung vorbereitet haben.

Der Umgang mit Sterben und Tod in der Gesellschaft, eigene Krisensituationen oder auch das Begleiten von Betroffenen und Angehörigen waren Themen, mit denen sich die ehrenamtlichen Helfer auseinander setzten. Dabei ging es auch um ganz praktische Dinge wie Pflege oder palliative, also lindernde im Gegensatz zu heilender Versorgung. Auch juristische Fragen wurden geklärt. Was darf ich? Was kann? Immer wieder ging es auch um die Rolle der Ehrenamtlichen - und ihre Grenzen.

Viele Ängste weg

"Der Kurs war wichtig für mich. Ich hätte vieles anders gemacht, wenn ich das vorher gewusst hätte", ist sich Maria Wedding sicher, die bis zu seinem Tod ihren Mann versorgt hat. Viele Hemmschwellen und Berührungsängste sind gefallen. Heute weiß sie: "Ich muss nur das tun, was ich mir zutraue." Dabei kann die Hilfe viele Facetten haben. "Wer sich nicht in der Lage sieht, Sterbende selber zu begleiten, kann die Arbeit auch anders unterstützten - durch Öffentlichkeitsarbeit oder Spenden", meint Kursleiterin Gertie Kloster, die dem Bundesverband von Omega angehört. Unterstützung ist dringend nötig: "Das Nachbarschaftsnetz bröckelt. Professionelle Pflegekräfte stoßen zeitlich an ihre Grenzen."

Optimal betreuen

Psychosoziale Begleitung für Sterbende - das ist im Grunde oft wie ein Krankenbesuch, weiß Kloster. Häufig genüge es, wenn jemand im Raum sei. Wenn möglich könnten auch Gespräche geführt werden. Doch die Fürsorge erstrecke sich auch auf die Angehörigen. Dazu kann gehören, im Haushalt zu helfen oder Kinder zu beaufsichtigen, damit der Alltag weiter läuft. "Wir wollen Sterbende auf ihrem letzten Weg optimal betreuen - und vor allem menschlichen Beistand leisten", erklärt Siems. Das schließe auch den Wunsch ein, ohne Schmerzen zu sein. Was nicht jeder weiß: "Alle Sterbenden haben heute Anspruch auf palliative Versorgung", sagt Kloster. Der Hospizdienst könne dies gewährleisten. Bei Bedarf stehe ihm ein geschultes Pflegeteam und ein Palliativmediziner zur Seite. kh

Mehr über den ambulanten Hospizdienst, der sich einmal im Monat in der Gemeinde trifft, können Interessierte unter Tel. (0 28 62) 88 40 erfahren.

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