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Höhenflüge für Weißes Gold

Südlohn Friedlich grasen der Haflinger und der Friese auf der Weide vor dem Haus. Doch die Pferde, an denen das Herz von Ballonfahrerin Barbara Seidensticker-Beining hängt, sind ungestüm - und sehr zerbrechlich.

31.08.2007

Die zwei weißen Pferde, die sie vorsichtig in ihren Händen hält, sind keine beliebigen Porzellan-Figuren, sondern besondere Auszeichnungen ihres sportlichen Erfolgs auf der Montgolfiade, der traditionsreichsten Ballonveranstaltung in Deutschland, bei der die besten Fahrer an den Start gehen. Vor knapp fünf Jahren war es auch für die damals frisch gebackene Ballon-Pilotin zum ersten Mal soweit. Sie stieg nicht nur in die Lüfte Borghorsts auf, sondern konnte auch gleich den Siegerpokal mit nach Hause nehmen - und ein weißes Porzellanpferd vom Sponsor Westfalen AG. "Ich finde die unheimlich schön. Auch wenn manche sagen würden, sie sind kitschig", meint die HobbyFahrerin.

Noch nie hatte ein Ballonfahrer eine zweite der begehrten Trophäen gewonnen, doch viele fieberten danach. Auch Seidensticker-Beining: "Seitdem ich das erste Pferd hatte, hieß es natürlich, das große Ziel zu schaffen und ein zweites zu ergattern." Das Problem: Im vergangen Jahr ging das Weiße Gold zum letzten Mal an einen Sieger. Nun sollten edle Rösser in Metall folgen. Ausgerechnet da hatte es nur zum dritten Platz gereicht. Die Enttäuschung war groß.

Zum 100. Mal in der Luft

Trotzdem fuhr Seidensticker-Beining mit ihrem Teamkollegen und Mann Georg Beining und weiteren Ballönern vom Luftsportverein Borken auch in diesem Jahr zur 37. Montgolfiade nach Münster. Die Herausforderung und Abenteuerlust waren einfach zu groß. Für sie nicht nur wegen des sechsten Platzes ein Erfolg: Bereits zum 100. Mal stieg sie in den Himmel auf. Trotzdem sei es jedes Mal etwas Besonderes: "Jede Fahrt ist anders. Ob im Winter mit weiter Sicht oder im Sommer bei Sonnenaufgang." Dann vergangenen Samstag die große Überraschung: Nicht nur Sieger, sondern weitere Teilnehmer erhielten Preise - für die weiteste Anreise, regelmäßige Teilnahme und für die besondere Leistungen bei und Treue zur Montgolfiade. Die letzte Auszeichnung ging an Barbara Seidensticker-Beining, die als eine von drei Frauen unter mehr als 50 männlichen Ballon-Piloten dabei war. "Als der Redner sagte ,Männer, zieht euch warm an' schwante mir schon, dass Frauen unter den Siegern sind. Aber an mich als Greenhorn bei der Veranstal tung hatte ich nicht gedacht."

Allerletzte seiner Art

Noch mehr als über die Platzierung staunte sie über ihre Trophäe: eines der begehrten weißen Porzellanpferde - das allerletzte der Westfalen AG, wie Sprecher Jürgen Erwert ihr versicherte. "Da stiegen mir schon die Tränen in die Augen." kh www.ballonsportgruppe-borken.de

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