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Immer mehr suchen Hilfe

Südlohn "Dieses Kind macht mich verrückt" lautete kürzlich das Thema einer Informationsveranstaltung mit Karl-Heinz Pfaffe, Psychologe und Leiter der regionalen Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern des Caritasverbandes in Stadtlohn, im St. Vitus-Kindergarten.

03.12.2007

Immer mehr suchen Hilfe

<p>Zahlreiche Eltern und Erzieher kamen zur Vortragsveranstaltung in den St. Vitus-Kindergarten.</p>

Noch nie sei die allgemeine Verunsicherung bei den Eltern so groß gewesen wie heute - trotz der vielen Elternratgeber, stellte Pfaffe bei dem Vortrag vor zahlreichen Eltern und Erziehern fest. Der Beratungsbedarf in seiner Dienststelle steige stetig an, da Kinder immer häufiger unter Verhaltensstörungen litten. Diese äußerten sich nicht nur als ADHS oder Hypermotorik, sondern auch in psychosomatischen Symptomen wie Hauterkrankungen, Essstörungen, Aggressivität oder Schulmüdigkeit.

Nie angeboren

Eine Verhaltensstörung werde allgemein als eine äußerlich sichtbare Reaktion auf krankmachende Umstände definiert. Sie sei nie angeboren, habe zwanghaften Charakter und entwickele eine Eigendynamik, die das Kind nicht stoppen könne, erklärte der Psychologe bei der Kooperationsveranstaltung der katholischen Kindergärten St. Vitus, St. Martin und St. Barbara. Im Dialog mit den Eltern wurden als Ursache für die Verhaltensauffälligkeiten unter anderem Konkurrenz und Leistungsdruck an den Schulen genannt. Die steigende Kinderarmut, Überforderung, zu wenig Zeit zur Erfüllung der Grundbedürfnisse und Scheidungs- und Trennung von Eltern waren weitere von Pfaffe in diesem Zusammenhang genannte Punkte.

Eine wichtige Rolle spielten seines Erachtens auch die Medien, die oft als Zeitvertreib herhalten müssten. Die Gefahr: "Ein Großteil der Wertevermittlung findet nicht mehr durch Bezugspersonen, sondern durch das Fernsehen statt."

Was ist normal?

Es wurde deutlich, dass Eltern bereits eingetretene Verhaltensstörungen nicht selbst beseitigen können. "Eltern brauchen Stellen zur Unterstützung, die ihnen sagen: Was ist normal und was nicht?", so Pfaffe. Der Caritasverband biete eine kostenlose Beratung und Therapie an - auch in der Gemeinde. Karl-Heinz Pfaffe sprach den Eltern Mut zu, ihren eigenen Weg zu gehen und auch ihrem Gefühl zu vertrauen. Was Kinder letztendlich brauchten, sei Zeit, Toleranz und Respekt.

Eine Außensprechstunde findet 14-tägig am Freitagmorgen im Pfarrheim St. Jakobus in Oeding statt. Außerdem werden nach Bedarf Beratungstermine im St. Vitus-Kindergarten angeboten. Für Rückfragen steht die Leiterin des Vitus-Kindergartens, Lucia Heisterkamp, zur Verfügung.

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