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Landwirte begrüßen Pläne - zusätzliche Sicherheit

Biogas-Kraftwerk

SÜDLOHN Die geplante Biogasanlage vom Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband (WLV) und RWE Innogy bedeute für die Landwirte in der Region eine zusätzliche Sicherheit, sagen Claus Robers und Christian Schlüter vom Vorstand des Ortsvereins der Landwirte in Südlohn-Oeding.

von Von Melanie Steur

, 07.04.2010
Landwirte begrüßen Pläne - zusätzliche Sicherheit

Die Landwirte Christian Schlüter und Claus Robers (r.) sind für den Bau der geplanten Biogasanlage.

„Auch wir waren zunächst zurückhaltend, als die Pläne auf dem Tisch lagen“, räumt Schlüter ein. Vor allem kleinere Betriebe müssten bei den Finanzen genau hinschauen. Schließlich sei eine 50-prozentige Beteiligung der Landwirtschaft am Kraftwerk geplant. „Wir haben 120 Milchkühe und 55 Hektar Ackerland, also ein normaler Familienbetrieb“, erklärt Schlüter. Die Vorwürfe, die von Kritikern gegen die Landwirtschaft geäußert wurden, dass die Biogasanlage als Vorwand genutzt werde, um die Massentierhaltung voranzutreiben, ärgern ihn. „Wir müssen investieren und die Betriebe auch teilweise umstrukturieren, damit wir marktfähig bleiben.“

Die Biogasanlage sichere den Fortbestand der Betriebe, erklärt Claus Robers. Der Südlohner Landwirt bewirtschaftet einen Sauenbetrieb mit 160 Sauen und 3500 Mastschweinen. „Ich gebe die überschüssige Gülle an Landwirte vor Ort ab, die noch Fläche zur Verfügung haben, auf denen sie die Gülle ausbringen können.“ Andere Betriebe wie der Hof Schlüter müssten die Gülle bereits an einen Lohnunternehmer abgeben, der diese dann in die Nachbarkreise fährt. Sobald sich aber beispielsweise die gesetzlichen Bestimmungen änderten, wie viel Liter Gülle pro Hektar ausgebracht werden darf, müsste sich die Landwirtschaft anderweitig orientieren, so Robers. Die Biogasanlage sei ein verlässlicher Abnehmer der überschüssigen Gülle, ergänzt Schlüter. Die Befürchtungen der Bürger gegen das Projekt sollten aber weiterhin sehr ernst genommen werden und durch Informationsgespräche möglichst ausgeräumt werden – darin sind sich beide Landwirte einig.

„Durch unsere Beteiligung an der Anlage, setzt uns ein Großinvestor nicht einfach etwas vor, und wir müssen das so hinnehmen“, stellt Schlüter einen weiteren, aus seiner Sicht positiven Aspekt vor. „Wir sind nicht nur Lieferanten, sondern können direkt mitentscheiden und werden nicht übergangen“, fügt Robers hinzu. Schlüter: „Wenn die Anlage so läuft wie geplant, ist das ein super Projekt.“