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Taktstock wandert weiter

Oeding Nach 50 Jahren Chorleiter, allein 40 davon für den Cäcilienchor St. Jakobus Oeding - zurecht spricht der Chronist ganz nüchtern von einer Ära.

15.08.2007

Der Abschied von Ludger Niehaus als Leiter jenes Chores am Dienstagabend im Pfarrheim war da emotionaler. Tiefe Dankbarkeit, aber auch ein bisschen Wehmut schien bei der Rückschau auf das Lebenswerk bei allen Beteiligten vorzuherrschen. Schließlich geht mit Niehaus Rückzug auch eine Familien-Tradition zu Ende. Hatte doch vor ihm schon sein Vater Theo bis 1967 den Kirchendienst für die damalige Einzelpfarrei St. Jakobus getan. Für seine 50-jährige Tätigkeit als Organist und Chorleiter hatte Ludger Niehaus bereits 2006 die Cäcilienmedaille vom bischöflichen Generalvikariat erhalten (MZ berichtete).

Jenseits der Sprache

Ausdrücklich betonte Niehaus in seiner Abschiedsrede, dass seine Aufgabe "nichts mit der Fusion" der Kirchengemeinden St. Vitus und St. Jakobus im vergangenen Jahr zu tun habe. Die "Triebfeder seines Engagements" brachte er mit einer Parabel zum Ausdruck: Für einen ganzen Menschen bräuchte es Hammer und Geige. Der Hammer stehe für die materiellen Bedürfnisse. Nur mit der Geige, mit der Musik, könne der Mensch die Welt jenseits der Sprache erleben.

Zum Schluss sicherte Niehaus seiner Nachfolgerin Hildegard Beckmann alle Unterstützung zu, die sie brauche. Er sei zudem gespannt, welche Aufgabe sie ihm in Zukunft "zukommen" lasse - außer die des zahlenden Mitgliedes.

Der Rücktritt von Niehaus und die Weitergabe des Dirigentenstabs an Hildegard Beckmann können auch als ein Generationswechsel betrachtet werden. Beckmann erinnerte sich, vor zwei Jahren mit mehr als nur Wohlwollen aufgenommen worden zu sein. Dankbar zeigte sie sich gegenüber Niehaus: "Ich habe schon einiges gelernt. Du hast mich an die Hand genommen und zum Dirigentenpult geschubst." Nicht wegzudenken sei er deshalb, gehöre als "lebendes Inventar" dazu. Das Sprichwort "Neue Besen kehren gut" nahm sie humorvoll auf. Und fügte hinzu: "Meine Borsten sind noch lang genug."

Ehrgeizige Pläne

Ehrgeizige Pläne verfolgt die neue Chorleiterin. Bis Weihnachten soll eine neue Messe einstudiert werden. Außerdem möchte sie an der Stimmbildung arbeiten, damit "wir wieder aufeinander hören" für a-cappella Gesang. Die erste Vorsitzende des Cäcilienchores, Christel Kettermann, sprach sich anschließend für "eine gute Zusammenarbeit" aus. tke

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