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Zukunft der Musikschule Südlohn hängt von Finanzen ab

Wie viel Geld kostet die Musikschule?

Die Musikschule Südlohn-Oeding hat ihren aktuellen Tätigkeitsbericht vorgelegt. Im Kulturausschuss ging es aber weniger um Kurse und Projekte.

Südlohn

, 01.03.2018
Zukunft der Musikschule Südlohn hängt von Finanzen ab

Leiter Markus Wellermann, im Bild bei einem Konzert mit Schülern, hat die vielfältige Arbeit der Musikschule Südlohn-Oeding vorgestellt. Finanzielle Fragen prägten dazu die Diskussion im Kulturausschuss. © Foto: Katrin Sarholz

Wie sieht die Finanzierung der Musikschule in Zukunft aus? Eine abschließende Antwort auf diese Frage gab es in der Sitzung des Kultur- und Sportausschusses zwar noch nicht. Doch die Kommunalpolitiker steckten am Ende einer engagiert geführten Diskussion einen klaren zeitlichen Kurs ab: Der Ausschuss soll sich im Mai erneut mit dem Thema befassen – in einer Sondersitzung.

Dieser Fahrplan hat einen guten Grund. Denn bis dahin herrscht Klarheit zumindest über einen Faktor, der bei der Finanzierung der Musikschule zum Tragen kommt: die Höhe der Gebühren. Die Mitgliederversammlung des Musikschulvereins soll dazu in der nächsten Woche einen Beschluss fassen. Vorgesehen ist, nach sieben Jahren eine Erhöhung vorzunehmen. Das berichtete der Leiter der Musikschule, Markus Wellermann.

„Die Mitgliedsbeiträge sind zu niedrig kalkuliert.“

Doch auch mit einer Erhöhung wird es einen steigenden finanziellen Bedarf geben. Das war bereits in der vergangenen Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses deutlich geworden, und dem sah sich auch der Kulturausschuss gegenüber. Die politischen Reaktionen blieben nicht aus, auch wenn Barbara Seidensticker-Beining als Vorsitzende des Ausschusses appellierte, sich auf die Aussagen des Jahresberichts der Musikschule zu konzentrieren und nicht in eine Diskussion einzusteigen.

So erklärte Michael Schichel (CDU): „Die Mitgliedsbeiträge sind zu niedrig kalkuliert.“ Markus Wellermann warnte indes vor einem zu starken Dreh an der Gebührenschraube. Das könnte Abmeldungen von Schülern in existenziellem Ausmaß hervorrufen.

Einen neuen Vertrag mit der Musikschule brachte Susanne Rickers (Grüne) ins Spiel, um die Finanzierung dauerhaft zu sichern – ein Vorschlag, dem Bürgermeister Christian Vedder positiv gegenüber stand. Er betonte auch, dass die Musikschule bereits kostengünstig arbeite.

Auf den Faktor Personalkosten ging Joachim Musholt (SPD) ein. Er forderte mit Blick auf den Kostendruck durch Lohnsteigerungen, die Möglichkeit des Einsatzes von Honorarkräften zu prüfen. Auch sei zu fragen, ob Gebühren für Kinder und Erwachsene gleich sein müssten.

Schließlich ging es noch einmal um das, was der Rat beschlossen hat – und was nicht. Dort war die Auszahlung des vierten Teils des Zuschusses an die Musikschule mit ihrem Jahresbericht verknüpft worden. Die CDU hatte einen Sperrvermerk gewollt, sich aber von Kämmerer Martin Wilmers überzeugen lassen, anders vorzugehen. Christel Sicking (CDU) verwunderte es, dass nun kein Einfluss mehr auf die Zahlung möglich sei: „Das war so nicht gedacht!“

Ein Bericht mit vielen klaren Worten

Der letzte Satz des Tätigkeitsberichts der Musikschule Südlohn-Oeding stellte nicht ohne Grund aus Sicht von Musikschulleiter Markus Wellermann einen dramatischen Schlussakkord dar: „Ohne eine finanzielle Zusage von Politik und Gemeinde muss der Musikschulbetrieb ab 2019 mit allen daraus resultierenden Konsequenzen eingestellt werden.“ Auch neben der Frage der Finanzierung fehlte es nicht an klaren Worten in dem Bericht. Das gilt beispielsweise für die räumlichen Probleme: Der Teilabriss der St.-Vitus-Schule habe es nötig gemacht, auf andere Unterrichtsorte auszuweichen. Die Situation des Gitarrenunterrichts im Jugendhaus Oase sei ein unhaltbarer Zustand gewesen, die ehemalige Roncallischule als Unterrichtsort wenig praktikabel: „Unter der derzeitigen Raumsituation leidet die Qualität des Unterrichtsangebotes nach wie vor.“

Klar Stellung bezieht die Musikschule auch in einer anderen Frage. Sie spricht sich für eine Fortsetzung des Schulprojektes „Musik geht in die Schule“ an den Grundschulen. Das Landesprogramm „Jekits“, Jedem Kind Instrumente, Tanzen, Singen, sei die schlechtere Alternative: Die personellen Ressourcen der Musikschule reichten dafür nicht aus, die Kosten für Instrumente seien unkalkulierbar, die Personalkosten höher.

Daneben enthält der Bericht aber auch sehr viel Positives: über die zahlreichen Aktivitäten, mit den die Musikschule Südlohn-Oeding auch im vergangenen Jahr ihren Schülern die Welt der Musik und des Musizierens in vielfältiger Weise näher gebracht hat.

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