Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Tafel-Debatte: Masterplan zur Armutsbekämpfung gefordert

Integrationsminister würdigt Tafel-Mitarbeiter in Essen

Die Tafeln sind nur ein Symptom für die wachsende Armut in der Gesellschaft, sagt Christian Woltering vom Paritätischen Wohlfahrtsverband. Er fordert einen Masterplan zur Armutsbekämpfung. Am Samstag besucht NRW-Integrationsminister Stamp die Essener Tafel - er will sich vor Ort selbst ein Bild verschaffen.

,

ESSEN

, 03.03.2018
Tafel-Debatte: Masterplan zur Armutsbekämpfung gefordert

Die Essener Tafel steht in der Kritik, nachdem sie einen Aufnahmestopp für Ausländer eingeführt hat. © picture alliance / Ina Fassbende

In der Debatte um die Arbeit der Tafeln in Deutschland hat der Paritätische Wohlfahrtsverband einen „Masterplan zur Armutsbekämpfung“ gefordert. „Es gibt faktisch ein steigendes Armutsproblem in Deutschland. Das wird bei den Tafeln greifbar“, sagte der nordrhein-westfälische Landesgeschäftsführer Christian Woltering der Deutschen Presse-Agentur.

Die Tafeln seien nur ein Symptom für die wachsende Armut in der Gesellschaft. „Es geht um eine armutssichere Ausgestaltung der Sozialsysteme, vor allem bei alten Menschen, Arbeitslosen und Asylbewerbern“, fordert Woltering.

Erneute Kritik an Entscheidung

In der Debatte werde offensichtlich, „was schon lange rumort hat: Dass es in Deutschland an vielen Stellen nicht so läuft, wie die Politik uns weißmachen will“. Woltering kritisierte erneut die Entscheidung der Essener Tafel, vorübergehend keine Ausländer aufzunehmen. „Das ist kein vernünftiger Weg, um Bedürftigen zu helfen.“

Seit über einer Woche läuft eine bundesweite Debatte über den Aufnahmestopp und dessen Hintergründe. Die Hilfsorganisation begründet ihr Vorgehen mit einem sehr hohen Anteil an Ausländern. Gerade ältere Menschen und alleinerziehende Mütter hätten sich von den vielen fremdsprachigen jungen Männern in der Warteschlange abgeschreckt gefühlt. Nach massiver Kritik soll ein Runder Tisch in den kommenden Wochen eine Neuregelung für die Essener Tafel erarbeiten.

Tafel-Debatte: Masterplan zur Armutsbekämpfung gefordert

Integrationsminister Joachim Stamp hat sich bei der Essener Tafel selbst einen Eindruck gemacht. © picture alliance / Roland Weihra

Nordrhein-Westfalens Integrationsminister Joachim Stamp (FDP) hat bei einem Besuch der Essener Tafel die Arbeit der ehrenamtlichen Mitarbeiter gewürdigt. Einige arbeiteten bereits sei mehr als 20 Jahren dort, „um anderen Menschen ein bisschen ihr Leben zu verbessern. Das ist eine ganz wichtige Leistung, die man anerkennen muss“, sagte Stamp am Samstag nach einem Gespräch mit dem Vorsitzenden des Trägervereins, Jörg Sartor, in Essen.

Ablehnende Position gegenüber Aufnahmestopp

„Es gibt hier keine Rassisten, sondern es gibt hier viele engagierte Mitarbeiter, die etwas für alle in der Essener Gesellschaft tun wollen“, sagte der Politiker weiter.

Der Minister wiederholte aber auch seine ablehnende Position zum vorübergehenden Aufnahmestopp der Tafel für Ausländer, der in der vergangenen Woche eine bundesweite Debatte ausgelöst hatte. Bei dem Angebot solle nicht die Herkunft, sondern die Bedürftigkeit entscheidend sein, so Stamp. Mit dem Besuch wollte Stamp sich nach eigenen Angaben „ein Bild vor Ort“ machen. Nach dem Gespräch mit Sartor besuchte der Minister auch die samstägliche Lebensmittelausgabe der Tafel.

Jetzt lesen

dpa

Jetzt lesen
Jetzt lesen