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Tag X rückt näher - Michael Reiche bekennt vor Extremtour: "Ich bin fit"

SCHWERTE Es läuft alles nach Plan. "Ich bin absolut fit", sieht sich Michael Reiche für die Herkules-Aufgabe gerüstet, die er am Abend des 20. August in Angriff nehmen wird. Er fährt die Tour "Paris-Brest-Paris" - und steht im RN-Portät Rede und Antwort.

von Von Michael Doetsch

, 07.08.2007

Paris, Brest, Paris - der Klassiker der Straßenradrennen, ist Reiches Herausforderung, auf die er sich mit der gebotenen Intensität vorbereitet. Exakt 401 Kilometer hat er Mitte Juli nochmal am Stück zurückgelegt, erzählt er. Nach 16 Stunden hatte er sein Ziel an der Nordsee nahe Cuxhaven erreicht.

Höhentrainingslager und Hexenschuss

Anschließend ging´s nach Österreich in den Familienurlaub - für Michael Reiche zugleich ein Höhentrainingslager. Allerdings setzte ein Hexenschuss den Extremsportler für vier Tage außer Gefecht. Das sei ärgerlich gewesen, aber auch nicht in dem Maße ein Rückschlag, dass er alle Pläne über den Haufen werfen müsse. "Letztlich konnte ich das Training doch noch durchziehen", sagt Reiche

Gleichzeitig führte ihm dieser Hexenschuss aber auch vor Augen, dass das Projekt in gewissem Maße doch auf wackligen Füßen steht. Eine Krankheit oder Verletzung kurz vor dem großen Rennen - das wäre fatal. "Das darf einfach nicht passieren", so der Holzener.

Dopingtests

Ansonsten rückt der Tag X immer näher. Mittlerweile hat Reiche auch die offiziellen Renn-Unterlagen zugeschickt bekommen. Darin wird er auch auf unangemeldete Dopingtests hingewiesen, mit denen die Fahrer an den Kontrollpunkten rechnen müssen.

Doping - kein Radsportler wird in diesem Tagen nicht mit diesem Thema konfrontiert. "Natürlich muss ich mir auch das eine oder andere anhören", berichtet Reiche, für den unerlaubte Mittel nach eigener Aussage überhaupt kein Thema sind. Viel mehr sei eine Leistung, wie er sie in Kürze vollbringen will, ab einem gewissen Punkt "eine Frage des Kopfes und der Leidensfähigkeit".

750 Kilometer nonstop

Das wird deutlich, wenn man sich nochmal vor Augen führt, was Michael Reiche da eigentlich vorhat: Die Strecke von Paris nach Brest und zurück - das sind etwa 1250 Kilometer und 10 000 Höhenmeter. Nicht auf dem Fahrrad zu schaffen, sagt der Normalsterbliche. Doch, sagt Reiche und erklärt seine Strategie: Die ersten 750 Kilometer will er nonstop fahren. Dann ist Pause - schlafen, duschen, Massage, um anschließend den zweiten Teil der Tortur in Angriff zu nehmen.

Nach 90 Stunden muss er spätestens im Ziel sein, so schreibt es das Reglement vor. Doch Reiche setzt sich ehrgeizigere Ziele und plant anders. Eine Faustregel besage, dass man als Erstfahrer dieses Rennens 80 Stunden einplanen sollte. Wenn aber alles glatt laufe, sei auch eine Zeit unter 70 Stunden möglich, glaubt Reiche. Na, dann mal los!