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Talina Lorei meldet sich nach langer Pause zurück

Reiten

Nach einer langen Verletzungspause meldete sie sich mit ihrem Pferd „Akuna“ mit Platz zwei zurück. Der Fokus liegt nun auf den kommenden Herausforderungen.

Schermbeck

, 28.06.2018
Talina Lorei meldet sich nach langer Pause zurück

Lorei auf ihrem 19-jährigen Wallach „Akuna“. Trotz seines Alters muss ihr Pferd noch lange nicht in Rente. Foto: lehr

Hinter der Schermbecker Reiterin Talina Lorei liegt eine lange Pause: Ihr Hannoveraner Wallach „Akuna“ fiel lange Zeit verletzt aus. Jetzt ist sie zurück und will auch in dieser Saison wieder um Titel und Platzierungen im Working Equitation kämpfen. Ihr Fokus liegt auf den kommenden Monaten, der Einstieg allerdings war vielversprechend.

Als Einstieg nutzte sie das Working Equitation Turnier in Leverkusen auf dem Claashof. Was zuerst nur als besseres Training gedacht war, um „Akuna“ wieder an das Publikum zu gewöhnen, endete mit einem Erfolg. Nach drei harten Wettkampftagen musste sich die Reit-Amazone nur dem aktuellen Mannschaftsweltmeister und Einzel-Vize-Weltmeister Thomas Türmer mit seinem Pferd „Orlando“ geschlagen geben.

Beim ersten Treffen mit der Konkurrenz gab es einen engen Zeitplan. Den Auftakt bildete die Dressur am Samstag. Lorei hatte dafür die Musik, ein Instrumentalstück von Céline Dion, erst kurz vorher zusammengemischt. „Trotzdem hat das prima gepasst“, sagt sie. „Akuna“ war in der Prüfung auf den Punkt komplett versammelt und im Gleichgewicht. Er reagierte sofort auf die kleinsten Hilfen und meisterte die schwierigen Pirouetten, Wechsel und Verstärkungen mit Bravour. Der zweite Platz war für Lorei der ideale Turniereinstieg.

Ähnlich gut lief es am Sonntag in der zweiten Disziplin, dem „Steel Trail“. „Akuna“ ließ sich dabei auch nicht von einem neuen Hindernis beeindrucken, einer 3D-Nachbildung eines Stieres. Lorei hatte keine Mühe, den Ring mit der „Garrocha“ (Stange) sauber zu stechen. „Dabei hat mir sicher auch meine Erfahrung im Tent pegging geholfen“, sagt sie.

Sie bewältigte den rund 1,5 Kilometer langen Parcours erneut auf dem zweiten Platz und widmete sich danach der Rinderarbeit. Hier gelang das Einreiten in die Herde und das anschließende Isolieren des markierten Rinds noch ganz gut. Sie brachte das Tier auch sicher zur vorgeschriebenen Linie, wo es allerdings nicht stehen blieb, sondern davonlief. Das kostete wertvolle Punkte.

Um die Spannung hochzuhalten, wurde beim Speedtrail im Gelände am dritten Wettkampftag in umgekehrter Reihenfolge gestartet.

Lorei ließ sich davon nicht beeindrucken und ritt auf dem größten Pferd im Wettbewerb sicher und gekonnt in den Parcours ein. Dabei entschloss sie sich, erst im letzten Moment alles auf die Karte Angriff zu setzten, um den Punktverlust des Vortags wieder auszugleichen.

Ihr Pferd spürte das sofort, nahm die Herausforderung an und gab schon beim ersten Takt der Musik des Stücks „Played-A-Live“ Vollgas. Die Hindernisse bestanden aus eng gesetzten kleinen Toren und Tonnen. Bei dieser Prüfung muss das Pferd mitdenken, um den Weg fehlerfrei nur mit leichten Hilfen bei höchstmöglicher Geschwindigkeit selber zu finden.

Obwohl so ein Parcours eher die kleinen und wendigeren Pferde bevorteilte, war „Akuna“ schnell unterwegs. Lorei ritt zwischen den Hindernissen volle Attacke, behielt dabei aber immer die sichere Kontrolle. „Das war gefühlt wohl der schnellste Speedtrail, den ich je geritten bin“, sagt sie.

Begeistertes Publikum

Auch das Publikum ging begeistert mit und Lorei nutzte die Wartezeit nach ihrem Zieleinlauf, um sich zuerst um „Akuna“ zu kümmern und ihn entsprechend gut zu versorgen. Bei der anschließenden Siegerehrung freute sie sich über den Erfolg. „Platz zwei hinter dem Weltmeister ist schon genial“, sagte sie.

Sie zieht rückwirkend ein sehr positives Fazit. „Obwohl Akuna nun schon 19 Jahre alt ist, muss er noch nicht in Rente. Das hat noch Zeit“, sagt Lorei. Denn das Duo hat auch in den kommenden Monaten noch einiges vor. So nimmt sie dieses Topergebnis im ersten Turnier nach der langen Verletzungspause auch als erste Standortbestimmung für die anstehenden Turniere.

Unterdessen folgte das Duo dann auch der Einladung des Veranstalters zur Equintana. Im abendlichen Showprogramm begeisterte die Schermbeckerin das Publikum mit einer tänzerischen Freiheitsdressur, bei der „Akuna“ mit fast magisch anmutenden Bewegungen auf die kaum merklichen Befehle seiner Reiterin reagierte. Danach zeigte das Paar noch eine Dressurdarbietung mit schwersten Lektionen wie Piaffe, stilsicheren Passagen und Pirouetten mit fliegenden Wechseln.

Trotz der langen Pause durch die Verletzung ihres Pferdes möchte Lorei die Saison aber keineswegs abschreiben. Auch auf den kommenden Turnieren in den nächsten Monaten will sich die Schermbeckerin von ihrer besten Seite zeigen.