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„The Killing of a Sacred Deer“ auf Blu-ray

Berlin. Einige der eigenwilligsten und aufregendsten europäischen Filme der letzten Jahre kommen von griechischen Filmemachern. Einer von ihnen ist Yorgos Lanthimos, der nun einen schaurig-schönen Psycho-Thriller gedreht hat.

„The Killing of a Sacred Deer“ auf Blu-ray

Colin Farrell (Steven Murphy) und Nicole Kidman (Anna Murphy) in einer Szene des Films "The Killing Of A Sacred Deer". Foto: Alamode

Ein Herz, ein pumpendes Herz, das eine gefühlte Ewigkeit auf der Leinwand pocht, während ein Arzt mit dem OP-Besteck daran herumschnippelt. Ein leichter Schock und gleich zu Beginn von „The Killing of a Sacred Deer“ ist klar: Das wird kein normaler Film.

Zumal Yorgos Lanthimos dahinter steckt. Allein mit dieser
Eröffnungssequenz erweist sich der griechische Regisseur, der
inzwischen in London residiert, als legitimer Erbe der
surrealistischen Bizarrerien eines Luis Buñuel („L'age d'or“). Beim Filmfestival in Cannes wurden Yorgos Lanthimos und Efthimis Filippou für ihr Drehbuch ausgezeichnet.

Mit ungewöhnlichen Filmen wie „Dogtooth“ oder „The Lobster“ stemmt sich der mehrfach prämierte Regisseur gegen den Mainstream und stellt diesem das Außergewöhnliche, Unergründliche und Unheimliche entgegen. All das erfüllt auch sein neuester Film „The Killing of a Sacred
Deer“, der mit Colin Farrell und Nicole Kidman zudem prominent besetzt ist. Jetzt liegt dieses Thriler der etwas anderen Art auf Blu-ray und DVD vor. Als Bonusmaterial gibt es Interviews mit Regisseur und Hauptdarstellern.

Farrell und KIdman spielen ein Ehepaar, er ein erfolgreicher Herzchirurg und sie eine Augenärztin, die mit ihren beiden Kindern Bob (Sunny Suljic) und Kim (Raffey Cassidy) in einem idyllischen Vorort eine durchaus harmonische Ehe führen. Auch wenn diese Familie in ihrem Miteinander ein bisschen kühl, streng und ein wenig gestelzt wirkt.

Ein wenig nüchtern, künstlich und steril lässt Lanthimos auch ihre Umgebung wirken - der ideale Nährboden für den unerklärlichen und abgründigen Horror, der bald über diese Familie hereinbrechen und Tod und Verderben bringen wird. Der Teenager Martin (Barry Keoghan) ist der große Störenfried, der eine anfänglich nicht näher erläuterte Art
Freundschaft mit dem Chirurgen Steven Murphy (Colin
Farrell) aufgebaut hat. Aber schon bald wird deutlich: Auf beiden lastet die Vergangenheit schwer und kettet sie unheilvoll aneinander.

Und etwas Unheimliches geht von diesem Jungen aus, dessen Vater einst auf dem Operationstisch gestorben ist. Sucht er in Steven vielleicht einen Ersatzvater? Immerhin versucht er den Chirurgen mit seiner Mutter (Alicia Silverstone) zu verkuppeln. Oder ist er von Rache und Vergeltung getrieben? Und hat er wirklich die Gabe, einen tödlichen
Fluch auszusprechen?

In „The Killing of a Sacred Deer“ kann man sich nie sicher sein, kann man sich nie sicher fühlen. Horrorfilm, Fabel um Schuld und Sühne, Rachegeschichte, surrealistischer Alptraum, psychologischer Thriller - dieser Film ist ein furioser und spannender Mix, der sich auf vielen Ebenen lesen lässt.

Blutende Augen, brutale Gewalt, paralysierte Kinder - Yorgos
Lanthimos spielt mit einem nervenzerfetzenden Soundtrack
schaurig-schön und ungemein spannend mit dem Unheimlichen, dem Nicht-Erklärbaren und dem Unbehagen. „Shining“ und „Das Omen“ sind hier ganz nah - und am Ende wird ein Herz aufhören zu schlagen.

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