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Tim Linde: Familie, Freigeister und viel Gefühl

Berlin. Ein Lied kann eine Brücke sein - oder auch ein ungeahntes Sprungbrett. Tim Linde ist das passiert, der jetzt sein zweites Album vorlegt.

Tim Linde: Familie, Freigeister und viel Gefühl

Ein Mann mit Familiensinn: Tim Linde. Foto: Ear Lab Music Production

Es ist schon eine unglaubliche Geschichte, die Tim Linde da passiert ist. Da schreibt er ein Lied für seine Tochter zur Taufe und plötzlich findet er sich in den iTunes-Charts hinter Helene Fischer wieder und spielt im Vorprogramm von Sarah Connor.

Ein einziges Lied kann wirklich das Leben ändern - aus dem Industriefilmer Linde wurde plötzlich der Singer-Songwriter Linde, den manche gar schon mit Reinhard Mey verglichen haben. Und in der Tat - beide sind stimmlich gar nicht so weit voneinander entfernt

„Wasser unterm Kiel“ hieß sein Lied, mit dem er die Bühne betrat. Jetzt ist der Musiker weitergeschwommen. Mit „Freigeister“ ist nach „Menschenverstand“ bereits sein zweites Album erschienen.

Es sind berührende Lieder, die unter die Haut gehen. Mit einem Zeitsprung startet Linde in sein neues Album. Nach dem Song zur Taufe seiner Tochter hat er jetzt den „Brief an meine Eltern“ abgeschickt. Eine Liebeserklärung: „Dank Euch steh ich fest. Dank Euch flieg ich hoch. Das war früher schon so und so ist's immer noch“. Schöner kann man kaum Danke sagen.

Auch wenn ein bisschen Wehmut mitschwingt, denn da ist die leidige Erkenntnis, dass man die Zeit leider nicht anhalten kann. Aber die Zeit kann man verändern. Seinem Pop hat er im hintersinnigen Titelsong „Freigeister“ eine leichte Reggae-Infusion à la Jason Mraz verpasst - seine Botschaft: Aus der Hammelherde ausscheren und selber denken, denn Jeder Tag bietet eine neue Chance.

Auch wenn Tim Linde hier Donald Trump und die wilden Zeit als Folie nimmt, so bricht er seine Geschichten doch immer wieder auch auf das Persönliche als Identifikationsebene herunter.

Er macht sich Gedanken über „wilde Großmachtsfantasien“ („Großes Land“, „skrupellose Traumverkäufer“ und „üble Seelenfänger“ („Kleines Ich“), aber da gibt es auch Renate und Manfred, die ihren Camper aufpolieren, den weinenden Junge in der Einkaufsstraße und mit Dirk durfte er schon in den Kindergarten gehen („Stefan & Dirk“) - eine wunderbare Ode an die Freundschaft.

Irgendwo zwischen Pop und Liedermacher-Kunst hat Tim Linde seine richtig eingängigen Songs platziert, eine Mundharmonika oder ein Akkordeon sorgen für feine Farbtupfer auf seinem zweiten Album, das all jene besonders ansprechen sollte, die gegen den Strom schwimmen wollen - „Freigeister“ eben.

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