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Tipps für den Autoverkauf: Papiere nur gegen Geld rausgeben

München/Stuttgart (dpa/gms) - Auf den Verkauf des eigenen Autos sollte sich der Verkäufer gut vorbereiten. Wer wenigstens ein bisschen über sein Auto Bescheid weiß, lässt sich beim Verhandeln auch nicht so schnell über den Tisch ziehen.

Unter anderem sei es sinnvoll, sich vorher bei der Werkstatt seines Vertrauens über den marktüblichen Preis für das Fahrzeug zu erkundigen, sagt Maximiliam Maurer vom ADAC in München. Hilfreich sei auch ein Preisvergleich im Internet oder in der Tageszeitung.

Verkäufer sind gut beraten, auf den üblichen Preis noch etwas draufzuschlagen. «Beim Autokauf will jeder noch einen Nachlass aushandeln - selbst der Deutsche, der sonst fürs Feilschen kaum zu haben ist», sagt Maurer. Wer allerdings einen völlig überhöhten Fantasiepreis angibt, muss damit rechnen, dass sich gar kein Interessent meldet. Ist ein Wagen deutlich mehr wert als modelltypisch, rät Maurer, keinen Preis anzugeben. «Dann rufen wahrscheinlich trotzdem Interessenten an, und denen können Sie ja dann erzählen, wenn das Auto kaum Kilometerleistung hat.»

Vor dem Treffen mit Interessenten sollten Verkäufer sämtliche mit dem Fahrzeug in Verbindung stehende Unterlagen zusammenstellen. Dazu gehören laut Matthias Beck vom Auto Club Europa (ACE) in Stuttgart folgende Dokumente: Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief, Kundendienstheft, AU-Bescheinigung und die Prüfberichte der Hauptuntersuchungen sowie Wartungs- und Reparaturrechnungen.

Wurden bauliche Veränderungen am Fahrzeug vorgenommen, sollten auch die entsprechenden Gutachten weitergegeben werden. Sonst hat der Käufer bei der nächsten Hauptuntersuchung unter Umständen ein Problem, erklärt Bert Korporal vom TÜV Nord in Hannover. Zu diesen nachträglich verbauten Teilen können etwa Fahrwerke gehören.

Bevor die ersten Interessenten den Wagen zu Gesicht bekommen, wird er am besten gewaschen und innen gereinigt. Profis könnten da einiges bewerkstelligen und bekommen auch viele Flecken auf den Polstern weg, so Maximilian Maurer. Die Investition lohne sich. «Denn wenn das Auto glänzt, gibt es Pluspunkte - unabhängig davon, wie der technische Zustand ist.»

Auch eine Luftdruck- und Ölstandskontrolle sowie ein kontrollierender Blick auf Kühlwasser und Bremsflüssigkeit kann nicht schaden. «Ein gut gepflegtes und gewartetes Auto macht eben Eindruck», sagt Beck. Allerdings sollte man es nicht übertreiben - eine Motorwäsche könne auch den Verdacht erregen, dass Öl-Spuren beseitigt werden sollten.

Üblicherweise versuchen Gebrauchtwagenkäufer, verschiedene Mängel am Fahrzeug auszumachen, um den Preis zu drücken. Da darf man sich nicht einschüchtern lassen, mahnt Maurer. Um aber den technischen Zustand des eigenen Autos realistisch einschätzen zu können, ist ein Gebrauchtwagen-Gutachten sinnvoll. Das gibt es je nach Aufwand zu Preisen zwischen 100 und 200 Euro bei Automobil-Clubs oder einer Sachverständigenorganisation wie TÜV und Dekra.

Oft werden Autos verkauft, weil der Fahrzeughalter davon ausgeht, dass demnächst teure Reparaturen anstehen. Darauf muss er den Interessenten nicht aufmerksam machen. Das wirke jedoch seriöser, sagt Maurer. Andersherum ist es auch von Vorteil, wenn der Verkäufer Rechnungen über kürzlich vorgenommene Reparaturen oder Wartungsarbeiten vorweisen kann.

Gefällt das Auto dem Interessenten auf den ersten Blick, ist in der Regel eine Probefahrt angesagt. Matthias Beck rät, sich vorher unbedingt den Führerschein zeigen zu lassen. Sonst seien Probleme - bei einem Unfall oder einer Verkehrskontrolle - programmiert. Unter Umständen müsse der Verkäufer dann für Schäden haften, die der Kaufinteressent bei der Probefahrt verursacht. Mit der Führerscheinkontrolle erledige sich auch ein zweites Problem: Der Halter weiß, dass der Kaufinteressent volljährig ist. Denn bei Verträgen mit Minderjährigen müssen die Eltern unterschreiben.

«Bei der Probefahrt sollte man auf jeden Fall mitfahren - die Fahrzeugpapiere sollte man jedoch zu Hause lassen.» Zwar müsse sich der Kaufinteressent alle Fahrzeugpapiere in Ruhe ansehen können. Allerdings gebe man Papiere, besonders den Fahrzeugbrief als Besitzurkunde, nur kurz aus der Hand. Datum und Uhrzeit der Fahrzeugübergabe mit Aushändigung sämtlicher Schlüssel und Fahrzeugpapiere sollte der Verkäufer unbedingt schriftlich festhalten. Mithilfe eines Standard-Kaufvertrags erledige sich dies automatisch - die Übergabe werde darin dokumentiert.

Wichtig ist auch, dass der Verkäufer die Fahrzeugschlüssel sowie die Papiere erst aus der Hand gibt, wenn er den Kaufpreis in voller Höhe erhalten hat. Probleme beim Verkauf macht laut Maximilian Maurer immer wieder, dass Käufer dass Fahrzeug erst nach längerer Zeit oder gar nicht ummelden. Passiert dann etwas, haftet dafür der alte Besitzer. Am besten gibt der Verkäufer das Fahrzeug daher nur mit einer Tageszulassung weg. «Oder Verkäufer und Käufer fahren gemeinsam zur Zulassungsstelle und regeln Verkauf und Ummeldung dort in einem Zug.»

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